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Samstag, 15. August 2026

"Der Spiegel" macht sehr gute Werbung für Ulrich Siegmund


 "Der gefährlichste Mann Deutschlands" titelt "Der Spiegel" über Ulrich Siegmund, AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt. Der Politiker wird wohl Ministerpräsident des deutschen Bundeslandes werden. Er wäre der erste AfD-Ministerpräsident. Astrid Geisler, Fabian Hillebrand und Peter Maxwill ist es allerdings nicht gelungen, harte oder neue Fakten zu bringen, die diese These, bei der ja nicht nur jeder bisherige oder künftige Terrorist mit den Ohren schlackert, belegen würden. Natürlich ist die AfD vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuft worden. Verboten wurde sie bekanntlich nicht. Natürlich umgibt sich Siegmund mit Personen, die eine problematische Vergangenheit (und vielleicht eine ebensolche Zukunft haben). 

Doch im Zweifel gilt: in dubio pro Siegmund. Kein Wunder also, dass dieser den "Spiegel" für Eigenwerbung nutzt: Am Rande einer Wahlkampfveranstaltung bezeichnete der AfD-Politiker das Titelbild im Gespräch mit einem «Welt»-Reporter als «sehr gute Werbung». Es zeige jemanden, der sein Land liebe und der für eine bessere Zukunft dieses Landes kämpfe. Siegmund teilte ausserdem auf Instagram eine Videosequenz, in der er das «Spiegel»-Cover signiert. Bereits am Donnerstag hatte er das Titelbild direkt geteilt, unterlegt mit Musik der Rapper Dr. Dre und Snoop Dogg. Gut drei Wochen vor der Landtagswahl am 6. September liegt Siegmunds AfD in Umfragen mit 41 bis 43 Prozent und grossem Abstand vorn. Mangels koalitionswilliger Partner hofft Partei, eine absolute Mehrheit der Sitze zu erringen und dann allein regieren zu können.

Daher nur eine Frage an den "Spiegel", der sicherlich ungewollt, aber selten dämlich die Mär von der Lügenpresse befeuert: Ist das "Sturmgeschütz der Demokratie" zum Steigbügelhalter der Macht geworden?

Musste dieser Mann sterben, nur weil er schwarz ist?


Glück für die "ZEIT" und ihre Autorin Anna-Lena Scholz, dass Jason Arday, einst Soziologe an der Universität Cambridge und wegen Plagiatsvorwürfen, die er bestritten hatte, zurückgetreten, erst am 14. August 2026, also einen Tag nach Erscheinen des  ohne eigene Recherche auskommenden Artikels, tot aufgefunden wurde. Ansonsten hätte sich das Hamburger Wochenblatt erneut mit einem veralteten Artikel blamiert. So tut es das bloss inhaltlich. Nur eine Frage an Scholz: Schon gewusst, dass weder ein Rücktritt noch ein Suizid ein Schuldeingeständnis sind?