Sonntag, 7. August 2022
Urheberrecht? Mir latte!
Leichtathlet Alberto Nonino ist an der U20-WM der Penis aus der Hose gerutscht. Klar, schönes Thema für Billig-Portale wie "20 Minuten". Preiswert ist man an der Werdstrasse auch an das Video zum Artikel gekommen. Man hat es nämlich einfach von einem Twitter-Konto genommen (siehe unten). Daher nur eine Frage an Redaktor Sven Forster: Darf man die Rechnung an Sie senden?
Dienstag, 19. Juli 2022
Erster Promi-Blogger für längere Recherchezeiten
Nur eine Frage an Carl-Victor Wachs von "Bild": Wussten Sie schon, dass Boris Palmer seine Mitgliedschaft bei den Grünen seit ein paar Monaten ruhen lässt?
Samstag, 16. Juli 2022
Näher dran
Bekanntlich ist die Dimension Nähe eine wichtige des Nachrichtenwerts beziehungsweise Nachrichtenfaktors nach Winfried Schulz. Daher nur eine Frage an Blick.ch: Hätten Sie im Teaser diese Meldung Südafrikanischer Rand statt Franken geschrieben, wären die Klickzahlen, weil man sofort gewusst hätte, dass das nicht in der Schweiz passiert ist, massiv kleiner gewesen, oder? Und kommen Sie uns bitte nicht mit "Im Artikel wird es ja dann aufgelöst". Dann ist der Klick doch schon passiert und gezählt ...
Dienstag, 12. Juli 2022
Sonntag, 22. Mai 2022
Ich seh Schwarz!
Auf diesem Bild hat sich in schwarzer Schrift am unteren Rand "Eine Zusammenarbeit der SonntagsZeitung mit den SBB" versteckt. Daher angesichts der ohnehin überalterten Leserschaft nur eine Frage an die Redaktion: Wer genau soll so erkennen, dass es sich hier um eine Werbebeilage handelt.
Sonntag, 24. April 2022
Ace Loaf
Vorab auch diese Fehler wird die "SZ" sicherlich nicht transparent korrigieren. Stattdessen wird er online/in der Digitalausgabe wie so oft heimlich behoben werden: "All that she wants" ist nämlich ein Song von Ace of Base und erschien 1992. Und Meat Loaf schreibt man auseinander. Nur eine Frage an Peter Burghardt von der "Süddeutschen Zeitung": War Google kaputt?
Sonntag, 17. April 2022
Als gäbe es keine journalistischen Standards
Im August 2021 wurde bekannt, dass RTL Gruner + Jahr und damit auch den "Stern" übernimmt. Viele befürchteten damals massive Qualitätsverluste beim ohnehin schon abgehalfterten deutschen Magazin. Wie aber sehen diese Einbussen konkret aus? In der aktuellen Ausgabe wurden acht Seiten für "50 Jahre Ballermann" freigeräumt. Garniert mit zwei Seiten vermeintlichen Tipps für Mallorca, also insgesamt zehn Seiten für eine auserzählte Geschichte samt Servicestück.
Warum? Eingebettet ein Interview mit Henning Baum über seine Hauptrolle in der RTL-Serie "König von Palma". Und später im Heft dann noch eine ganzseitige Anzeige für die Serie des Mutterunternehmens. Die Story im "Stern" wurde von einem gewissen Ingo Wohlfeil verfasst. Sie wird auf dem Cover und auf der Seite "Aus der Redaktion" angekündigt. Wohlfeil war die längste Zeit seiner Karriere für die "Bild" tätig. Der Stern lässt das unerwähnt. Dabei merkt man es schon am Einstieg des Artikels: "So genau wissen sie es nicht mehr, wann sie die Strandbar ... 1972, sicher nicht ..." Mit anderen Worten: Das vermeintliche Jubiläum ist an den Haaren (besser: am Strohhalm im Sangria-Eimer) herbeigezogen. Der Artikel kommt ohne etwas aus, das man noch nicht über die Partymeile von Mallorca gelesen hat. Daher nur eine Frage an den für diesen Ausgabe verantwortlichen Chefredaktor Florian Gless: Wie fühlt sich Konzernjournalismus an?
Der käuflichste Journalist der Schweiz
Kann, wer sich von einem Unternehmen bezahlen lässt, eines Tages kritisch über dieses berichten? Jürgen Schmieder, der vor allem von seinen Artikeln für die "Süddeutsche Zeitung" lebt, ist hier schon abgewatscht worden, weil er fürs "Red Bulletin", die PR-Postille von Red Bull, schrieb. Nur eine Frage an Christof Gertsch vom "Magazin" (Tamedia): Warum tun Sie es ihm mit diesem Artikel über Sprinterin Ajla del Ponte gleich?
Sonntag, 10. April 2022
Weniger Schutz für Experten und Behörden
Sonntag, 3. April 2022
Furgers Exit hinterlässt erste Spuren
Sensation, geschicktes politisches Vorgehen, Vertiefung der wissenschaftlichen Argumentation, führender Privatrechtsspezialist.
Das sind nur ein paar Beispiele für das geschickte Framing in einem Artikel von Karl Lüüond in der heutigen "NZZ am Sonntag". Lüüond verdingt sich seit Jahren als Auftragsschreiber für Unternehmen und Organisationen, ist also kein Journalist mehr, da massive Interessenskonflikte bestehen. Er hat nun "auf Einladung des Vereins Exit" eine Geschichte der Sterbehilfe in der Schweiz geschrieben. Im Klartext: gegen Geld. Das Buch ist im Verlag NZZ Libro erschienen. Kritisches findet man im doppelseitigen Artikel also kaum. Daher nur eine Frage an Thomas Isler, Ressortleiter Hintergrund a. i.: Ist das die Qualität, die nach dem Weggang von Michael Furger im Ressort Hintergrund verbleibt?
Recherche wäre schön gewesen
Es ist das alte Problem der Sonntagszeitungen. Sie möchten so gern Trends erkennen. Was aber, wenn es keine Zahlen gibt? Dann ruft man ein oder zwei Leute an, die vermeintliche ExpertInnen sind und fertig ist die Story. So auch Lisa Füllmann die im Lead ihres Artikels für die heutige "SonntagsZeitung" behauptet, immer mehr Männer setzten auf ästhetische Chirurgie. Einzige Quelle ist Alexander Wurst von der Zürcher Schönheitsklinik FineSkin. Daher nur eine Frage: Recherche ist Ihnen Wurst, oder?
Dienstag, 29. März 2022
Tod der Präzision
Wenn man jemanden erdrosselt, dann ist er tot. Also nur eine Frage an Liliane Minor vom "Tages-Anzeiger": Beim Titeln am toten Punkt gewesen, oder was?
Sonntag, 20. Februar 2022
Prost auf die Schleichwerbung
Tamedia hat klar definiert, wie bezahlte Beiträge zu kennzeichnen sind, etwa als Sponsored Post oder Paid Post. Daher nur eine Frage an Renata Libal, Chefredaktorin "Encore": Warum sind diese Werbungen für Tag Heuer und Veuve Cliquot nicht entsprechend ausgewiesen?
Montag, 31. Januar 2022
Warum schont René Zeyer Beni Frenkel?
Beni Frenkel hat bekanntlich auf "Inside Paradeplatz" einen inhaltlich tendenziösen und sprachlich äusserst fragwürdigen Artikel über Patrizia Laeri und ihr Finanzportal "ellexx" verbrochen. Klage läuft. Nur eine Frage an René Zeyer: Erwähnen Sie Frenkel nicht namentlich, weil er - wie Lorenz Steinmann - einst ihr Partner bei "Zackbum" war?
Recherchestopp beim Tagi
Die G-Klasse von Mercedes ist kein SUV, sondern ein Geländewagen. Nur eine Frage also an Oliver Leu vom "Tages-Anzeiger": Stand das nicht im Material von SDA?
Dienstag, 18. Januar 2022
Jon Mettler entdeckt die Recherche ... nicht
Nur eine Frage an Jon Mettler zu diesem Artikel in der "SonntagsZeitung": Warum enthält er nicht eine einzige Zahl, die Ihre These belegt?
Samstag, 15. Januar 2022
Der Wirbel ist ein Furz im Windkanal
Viele Prominente äussern sich in diesen unruhigen Zeiten nicht mehr dazu, ob sie gegen Covid-19 geimpft sind. Daher ist es umso fahrlässiger, was man gerade auf bild.de sieht: Mit diesen beiden Teasern versucht "Bild" Kund:innen für sein Bezahlangebot Bild+ zu gewinnen. Es ist nur so, wie man hinter Paywall liest, dass Harald Schmidt in der erwähnten "Traumschiff"-Folge gar nicht dabei war, denn laut ZDF ist er in seiner Rolle als Oskar Schifferle nicht in jeder Folge der Serie dabei. Der Impfstatus des deutschen Entertainers, den dieser unlängst gegenüber der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) mit "auf einem guten und vernünftigen Weg, 2G zu erfüllen" umschrieb, spielt also überhaupt keine Rolle. Nur eine Frage an Mark Pittelkau und Bernd Peters von "Bild": Warum bauschen sie ein derartiges Nichts so auf?
Sonntag, 2. Januar 2022
Wohin die Nichtrecherche 2022 führt
Reisejournalismus war ja noch nie besonders glaubwürdig oder kritisch. Aber dieser Fall - puh: Denn wer sich über die (Menschenrechts-)Lage in Saudiarabien glaubhaft informieren möchte, muss nicht lange suchen. Seitens Amnesty International heisst es etwa: "In Saudi-Arabien wird die Todesstrafe weiterhin breit angewendet. Die Rechte der Frauen sind ebenso unterdrückt wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit. Die grausame Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi und der Fall des Bloggers Raif Badawi sind nur Beispiele für die Willkür von Regierung und Justiz. Im Konflikt in Jemen ist die von Saudi-Arabien angeführte Koalition für Kriegsverbrechen verantwortlich ."
Brigitte Jurczyk hat für eine Reisesammelgeschichte in der "SonntagsZeitung" (, die sie aus Pressemitteilungen der Tourismuszentralen zusammenkopiert zu haben scheint), auch Saudiarabien auf die Liste genommen. Verschleierungsverbot, Todesstrafe und alltägliche Verletzungen der Menschenrechte werden zwar kurz erwähnt. Doch es gibt offenbar Verbesserungen: "Die Abaya oder ein Kopftuch müssen nicht mehr zwingend getragen werden. Und der Dialog zwischen Saudis und Ausländern könnte Brücken bauen und die Öffnung des Landes und neue Ideen fördern." Nur eine Frage an die Autorin: Warum haben Sie sich nicht wenigstens feudal einladen lassen?
2022 ist noch kein Ende des Schwachsinns in Sicht
Ob die Redaktorin ein Corona zu viel hatte? Nur eine Frage an Bettina Zanni von "20 Minuten" ist es angesichts grassierender Fake-News-Gefahr eine gute Idee, Astrologen (in diesem Fall Myrtha Keusch-Schriber und Markus Bachmann) zu Covid-19 zu befragen?
Samstag, 1. Januar 2022
Sonntag, 26. Dezember 2021
Primeur inter pares
Seit fünf Jahren kooperieren "Tages-Anzeiger", "SonntagsZeitung" und "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Aber nur eine Frage an Tamedia-Superchefredaktor Artur Rutishauser: Seit wann übernimmt die "SonntagsZeitung" drei Tage alte SZ-Interviews als Titelgeschichte und macht nicht einmal kenntlich, dass das so ist?
Sonntag, 19. Dezember 2021
Seine Währung heisst nicht Recherche
"Zu Weihnachten wünschen sich die Kinder zunehmend Video-Spielgeld. Viele Eltern sind überfordert", schreibt Marc Bodmer heute in der "NZZ am Sonntag" und erzählt die alte Story, dass In-Game-Käufe für Spiele wie "Fortnite" boomen. V-Bucks, Robux - und wie die virtuellen Währungen allesamt heissen - boomen also laut Bodmer. Weiss oder ahnt man. Was man (und auch Bodmer nicht weiss): Dass Kinder sich diese zunehmend zu Weihnachten wünschen und Eltern überfordert sind. Denn belegt wird keine dieser Aussagen im Artikel. Daher nur eine Frage an Bodmer: Wie wäre es mit Recherche?
Zeichen der Zeit
Patek Philippe hat mit dem jüngsten Modell der Nautilus 5711 ein weiteres Liebhaberstück geschaffen, das bei Sammlern Begehrlichkeiten weckt. Das Besondere: Das Zifferblatt des gehypten Uhrenmodells ist in Tiffany-Blau gehalten. Jüngst wurde Rapper Jay-Z, Klarname: Shawn Carter, mit einer solchen gesehen. Soweit, so semi-relevant. Nur eine Frage an Marcel Speiser von der Handelszeitung: Was hatte ein derartiger Werbe-Text zwischenzeitlich auf Position 5 der Startseite von handelszeitung.ch zu suchen?
Rettet Rico Bandle!
Donnerstag, 16. Dezember 2021
Die Werbung ist los!
Nur eine Frage an die Redaktion von "Chip": Warum wird diese Werbung für das Handy-Abonnement SIMon mobile (Vodafone) nicht als solche gekennzeichnet?
Donnerstag, 9. Dezember 2021
Die traurige Wahrheit über die "Bunte"
Die deutsche Illustrierte "Bunte" weiss beziehungsweise schreibt nichts Neues zum Tod von Comedian Mirco Nontschew. Daher nur eine Frage an Chefredaktor Robert Pölzer: Was soll dieses Clickbaiting?
... und der Esel publiziert es
Keine Nachfrage, keine Recherche, ob die Leute wirklich durchgedreht sind, wie im Titel behauptet wird. Und abgesehen davon, dass man sich bei "20 Minuten" offenbar keine professionellen Off-Sprecher:innen mehr leisten kann, nur eine Frage an Chefredaktor Gaudenz Looser: Warum machen Sie mit diesem Video Werbung für den Autovermieter Raffaele Colacino?
Sonntag, 21. November 2021
Die Winteler naht
Patrizia Laeri, Nadine Jürgensen und Simone Züger haben auf ihrem Portal ellexx die lesenswerte Rubrik "Männerfragen" eingeführt. In dieser wird Vertretern des starken Geschlechts genau der Fragenkatalog präsentiert, den Frauen allzu oft erdulden müssen. Daran musste ich denken, als ich heute das Porträt von Nicole Ruch in der "SonntagsZeitung" las. Geschrieben hat es Chris Winteler, eine Frau. Ruch ist diese Woche zur neuen Präsidentin des Schweizer Tierschutzes (STS) gewählt worden. Hauptamtlich ist sie Direktorin bei der Credit Suisse (CS). Schon der Textanfang spricht Bände: "Über Alter und Familienverhältnisse hält sie sich bedeckt". Nur zur Erinnerung: Wenn Männer das tun, wird es selten erwähnt. Und weiter geht es: "Die Bankdirektorin trägt einen schwarzen Hosenanzug, ein schwarzes, mit Spitzen besetztes Top - eine markante Uhr blitzt unter dem Ärmel hervor. Es funkelt an Ringfingern und Ohren. Sorgfältig geschminkt und frisiert ist sie." Es ist ein alter JournalistInnentrick: Frau tut so, als hätte man etwas Überraschendes entdeckt. Also nur eine Frage an Chris Winteler (übrigens Jahrgang 1966): Was genau ist daran für eine CS-Direktorin, die Sie an ihrem Arbeitsplatz getroffen haben, überraschend?
Sonntag, 31. Oktober 2021
Samstag, 30. Oktober 2021
Was ist denn hier Swisslos?
Nur eine Frage an Sandro Inguscio Chefredaktor Blick.ch: Wie genau soll man hier mit blossem Auge erkennen, dass dass Jassen (5. Schweizer Schiebemeisterschaft) mit Monika Fasnacht eine Werbeaktion von Swisslos ist?
.png)









.png)
.png)




