Sonntag, 9. August 2015
Die NZZ am Sonntag gibt der FDP den Vorzug
Patrons geben FDP gegenüber der FDP den Vorzug. So lässt sich die heutige Titelgeschichte der NZZ am Sonntag zusammenfassen. Die Autoren, Stefan Bühler und Daniel Friedli, zitieren eine Umfrage im Auftrag von SuccèSuisse, einem Zusammenschluss wirtschaftsnaher Politiker, etwa Ruedi Noser (FDP) und Gerhard Pfister (CVP). Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Zu lesen ist, dass sie in Firmen mit 2 bis 249 Beschäftigten durchgeführt wurde - vom Meinungsforschungsinstitut Gfs Bern. Im Impressum der SuccèSuisse-Website wird die Agentur Furrer.Hugi&Partner AG erwähnt. Es ist ganz einfach: Wenn KMU-Chefs die FDP mögen ist das keine Überraschung beziehungsweise eher von untergeordneten Newswert. Die NZZ am Sonntag betreibt also hier wunderbar Wahlwerbung für die FDP - ganz oben auf Seite 1. Daher nur eine Frage an die Autoren und Chefredaktor Felix Müller: Würden Sie eine Story lesen, in der der Tagi titelt "NZZ der FDP nahe"?
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Sportressort im Gegenwind
Claudia Rey war für die NZZ beim Windsurfer-Weltcup in El Médano auf Teneriffa. Eine interessante Geschichte hat sie mitgebracht. Unter dem Text steht allerdings etwas, das die Neue Zürcher Zeitung nicht einmal bei ihren Auto- und Reiseartikeln schreibt, die grösstenteils nur geschrieben werden, weil ein Journalist eingeladen wird: "Die Reise nach Teneriffa erfolgte auf Einladung des spanischen Fremdenverkehrsamts Turespaña." Natürlich enthält der Hinweis auch einen Link auf die Website des Fremdenverkehrsamts. Nur eine Frage an die Autorin, Sportressortleiter Elmar Wagner und Chefredaktor Eric Gujer: Wird im Sportressort das Geld knapp?
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Kaspar Wolfensberger will nicht zum Rechercheur werden
Am 3. August meldete businessinsider.com, Apple wolle zum Mobile Virtual Network Operator (MVNO) werden, also ins Mobilfunkgeschäft einsteigen. Kaspar Wolfensberger schrieb die Story am 4. August ab. Er befragte noch ein paar Experten, deren Expertise sich in Grenzen hält: Oliver Zadori vom Vergleichsdienst Dschungelkompass und Hannes Lubich, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) sowie Oliver Bendel, ebenfalls Professor an der FHNW. Dumm nur, dass die Story bereits wenig später platzte. Apple dementierte gegenüber Reuters energisch. Fast überflüssig zu erwähnen: Weder Business Insider noch 20 Minuten haben sich die Mühe gemacht, Apple um eine Stellungnahme zu bitten. Businessinsider.com verschaukelte daraufhin auch noch die Leser: Der Artikel trägt den Zeitstempel vom 3. August. Der Autor hat am Ende aber später heimlich einen Dementi-Tweet eingefügt, das aber nicht mit "Update 4. August" oder so ähnlich gekennzeichnet. Am Ende steht dann noch fast trotzig, die Gespräche zwischen Apple und den Providern hätten stattgefunden. Und 20 Minuten? Es gibt nicht einmal ein Update, dass die Meldung eine Ente war. Einen zweiten Artikel, in dem das Dementi erwähnt wird, gibt es natürlich auch nicht. Daher nur eine Frage an Kaspar Wolfensberger und Chefredaktor Marco Boselli: Warum schreiben Sie nicht auch noch die aktualisierte Quelle ab?
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Dienstag, 4. August 2015
Misleading European Newspaper Alliance
Wäre ich noch Medienjournalistin, würde ich der Frage nachgehen, was aus der Leading European Newspaper Alliance geworden ist, die auch Tamedia im März mit viel Jubel begrüsste - gehört doch der Tages-Anzeiger dazu. Da war viel die Rede von grossen Kooperationen, die man eingehen wolle, bessere Inhalte für europäische Leser etc.. Nun habe ich auf tagesanzeiger.ch einen interessanten Artikel gelesen: "Die 9 grössten Probleme von Windows 10". Autor Stephan Dörner schreibt im Bericht noch einmal all das zusammen, was auch Matthias Schüssler und Rafael Zeier im Tagi in mindestens zehn Artikeln in den vergangenen Tagen bereits berichtet haben. Der Artikel erschien übrigens einen Tag zuvor auf welt.de. Daher nur eine Frage an die Chefredaktoren Jan Eric Peters und Res Strehle: Geht die Zeitungsallianz über das Austauschen abgehangener Geschichten hinaus?
Dienstag, 21. Juli 2015
Schlussredaktion als Trauerspiel
Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Aufgabe vieler Auslandskorrespondenten im Wesentlichen darin besteht, lange Agenturmeldungen umzuschreiben. Angesichts dieser Dopplung in der heutigen NZZ nur eine Frage an Eric Gujer und Niklaus Nuspliger: Warum steht die kurze Agenturversion des Korrespondentenberichts noch auf Seite 2?
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Freitag, 17. Juli 2015
Lügenpresse
Ende nächsten Jahres wird Watson Geschichte sein. Hansi Voigt und sein Team werden beim jungen Newsportal dann über 20 Millionen Franken verbrannt haben. Schade, denn die erstarrte Medienlandschaft hierzulande könnte etwas mehr Bewegung gut vertragen. Woran Watson auch scheitern wird, ist der schlechte Journalismus, den man betreibt. Aktuelles Beispiel: Jonas Jansen hat für Faz.net gestern sehr gut aufgeschrieben, warum man der deutschen Bundeskanzerin Angela Merkel im Umgang mit dem libanesischen Mädchen Reem, das wohl doch nicht abgeschoben wird, wenig vorwerfen kann. Da hatten Watson und viele andere Newssites aber bereits ihre reisserischen Stories verfasst. Auf der Schweizer Seite urteilte Autor William Stern gleich zu Beginn seines Textes: "Es ist ein Dialog zum Fremdschämen, zum Vergessen und zum sich ins tiefste Loch verkriechen. Es ist ein Dialog, der einen endgültig mit dem Gewäsch von Politikern brechen lässt." Dumm nur, dass man recht schnell hätte merken können, dass es keinen Skandal gibt. Man hätte nur das ganze Video des Merkel-Auftritts an einer Schule im norddeutschen Rostock sehen müssen. Aber das hat der nicht recherchierende Journalist natürlich nicht getan. Sterns Watson-Kollege Kian Ramezani hat dann heute nachgelegt, natürlich wurde Sterns Text nicht mit einem korrigierenden Update versehen. Ramezani titelt dann auch "ARD unterschlägt entscheidende 3,5 Minuten des Merkel-Videos". Natürlich war der Bericht, auf den sich die ersten Berichte bezogen, schlecht. Das entbindet Journalisten aber nicht von der Pflicht, Originalquellen zu prüfen. Man sieht das ja auch an den beiden Watson-Stories: Wer diese als Quellen nimmt, schreibt schlechte Artikel. Schlimm ist nur, dass beide bereits über 500 Likes auf Facebook eingesammelt haben. Und Klicks kann man ja nicht rückgängig machen. Aber nur eine Frage an Hansi Voigt: Wie wäre es bis zum bitten Ende mal mit Recherche?
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Dienstag, 5. Mai 2015
Zerbrach er an der Last des Googelns?
Dave Goldberg, SurveyMonkey-CEO und Ehemann von Facebook-Managerin Sheryl Sandberg, ist vor ein paar Tagen beim Sport im Familienurlaub in Mexiko gestürzt und an seinen Kopfverletzungen gestorben. Das kann man sich mit wenigen Klicks zusammengoogeln. Thomas Benkö war entweder ein Opfer des Redaktionsschlusses oder seiner Recherchefähigkeiten. Ich tippe auf Letzteres, weil er auch hier im Blog schon öfter negativ aufgefallen ist. Wie auch immer, er schrieb in Ringiers Gratiszeitung, dass Goldberg wohl Selbstmord begangen habe. Er sei wohl an einer erfolgreichen Frau zerbrochen. Wichtigste Quelle ist die angeblich bekannte Tech-Unternehmerin Penelope Trunk. Ausserdem werden Premium-Quellen wie die Daily Mail angeführt. Hin und wieder steht natürlich im Text, dass man es nicht sicher weiss. Aber das hält Benkö nicht davon ab, mit seinem Nicht-Wissen eine Seite zu füllen. Daher nur eine Frage an Chefredaktor Peter Röthlisberger: Haben Sie wegen ihrer morgendlichen Video-Selfies auf Facebook keine Zeit mehr, solche Artikel zu verhindern?
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Montag, 23. Februar 2015
Wir vergessen dich nicht
"Akku leer gibts nicht mehr", schrieb Roland Gamp am 18. November 2014 im Blick am Abend. Es ging um das Zürcher Start-up Battere, das für den Dienst Battere Now in Bars und Restaurants Akku-Packs in verteilt, die man gratis ausleihen kann. Heute berichtet der Blick am Abend nochmal über Battere Now. Ebenfalls heute twitterte einer der Battere-Betreiber, Andreas Braendle, scheinheilig: "Danke, Blick am Abend, wir haben uns schon gefragt, woher all die App-Downloads kamen." Nur eine Frage: Hat das Ganze etwas damit zu tun, dass mit Mirko Hofmann einer der Battere-Macher mal Blick-Redaktor war?
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Bar jeder Vernunft
2013 machte sich Daniel Hug in der NZZ am Sonntag zum Werbeaffen, als er ein Interview mit Regisseur James Cameron nur bekam, weil er lang und breit erwähnte, dass dieser eine Partnerschaft mit Rolex eingegangen sei. Ebenfalls 2013 feierte Victor Weber in der Sonntagszeitung eine Uhr von Musiker Dieter Meier allzu sehr. Martin Suter hat daraus offenbar wenig gelernt. Denn gestern brachte er in der Sonntagszeitung ein(e)… ja was eigentlich? Porträt, Reportage, Feature? Man weiss es nicht so genau. Neun Minuten hatte er nach eigenen Angaben mit Supermodel Bar Rafaeli. Das Gros des Textes besteht aus Zusammengegoogeltem. Originär ist unter anderem Folgendes: Zu ihrem Erfolg habe Glück gehört, sagte Rafaeli und dass Hublot sie ausgewählt habe, sei eine Ehre. Ach deswegen die neun Minuten: Verwaltungsratspräsident Jean-Claude-Biver hatte Schweizer Medien eingeladen, in New York dabei zu sein, um die neue Hublot-Markenbotschafterin vorzustellen. Das ist natürlich eine ganze Seite im Fokus-Bund der Sonntagszeitung wert. Eine Anzeigenseite habe ich übrigens nicht entdeckt, aber die gibt es dann bestimmt noch. Abgesehen davon, dass ich einen solchen Artikel eher in der Annabelle gesehen hätte - nur eine Frage an den USA-Korrespondenten der Tamedia-Sonntagszeitung, Martin Suter: Hätten Sie nicht lieber die Apple-Auto-Story dieser Woche aus Wall Street Journal, Bloomberg und Financial Times zusammenschreiben können wie alle anderen?
Ringier steht auf Eigenwerbung
Nur eine Frage an Patrik Berger vom Blick am Abend: Dass Sie diese unsinnige Story geschrieben haben, hat nichts damit zu tun, dass mal wieder (fett gedruckte) Werbung für Ringers Autoportal Autoscout24 fällig war, oder?
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Donnerstag, 19. Februar 2015
Rob Vegas ist nicht Harald Schmidt
Seit Jahren ist bekannt, dass sich hinter dem Twitter-Konto @bonitotv nicht Harald Schmidt, sondern Komiker Rob Vegas verbirgt. Daher nur eine Frage an den Blick am Abend: Wann wird sich das auch an der Dufourstrasse herumsprechen?
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Sonntag, 14. Dezember 2014
Ich weiss, dass er nichts weiss
Mein alter Kollege Christian Lüscher ist auch hier im Blog schon einige Male negativ aufgefallen. Am 12. Dezember twitterte Christian Lüscher vom Tages-Anzeiger, er sei übers Wochenende mal weg. Seltsam, zuvor hatte er wie kein anderer Bullshit zum Nachfolger des hinausgeworfenen NZZ-Chefredaktors Markus Spillmann verbreitet. Den Vogel schoss er mit einem Artikel ab, der mit "Spillmann und der deutsche Digitalcrack" überschrieben ist. Zitat: "Weil der Chefredaktor die Erwartungen in diesen Bereichen nicht erfüllt hat, ist der NZZ-Verwaltungsrat schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem neuen, starken Mann für die Chefetage, der das Geschäft der Zukunft beherrscht und die Auslandabenteuer vorantreibt. Es sollte deshalb ein «Digitalcrack aus Deutschland» her, berichten NZZ-Kreise. Als Wunschkandidat wird Mathias Müller von Blumencron genannt, der zurzeit den digitalen Auftritt der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» verantwortet. CEO Veit Dengler und Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod sollen bereits Gespräche geführt haben. Hans Hofmann, namhafter Medienheadhunter, könnte sich – «spontan und rein hypothetisch» – Müller von Blumencron durchaus bei der NZZ vorstellen. «Er gilt als publizistischer Leuchtturm und hat vom ‹Spiegel› bis zur FAZ bei Publikationen von internationalem Format gearbeitet. Zudem war er auch schon in Zürich tätig und geniesst fachlich wie menschlich einen guten Ruf.»"
Leider war heute allerdings im Spiegel zu lesen, dass Mathias Müller von Blumencron der NZZ abgesagt hat - vor zwei Wochen. Da er mal Spiegel-Chefredaktor war, dürfte die Quelle, die Autor Alexander Kühn hat, gut sein. Daher nur eine Frage an Christian Lüscher: Werden Sie noch Substanzielles liefern oder geht das Gebluffe bis Weihnachten weiter?
Wenn überhaupt, sollte man übrigens den heutigen Artikel von Christof Moser aus der Schweiz am Sonntag lesen; Stichwort: Markus Somm.
Donnerstag, 4. Dezember 2014
Donnerstag, 27. November 2014
Zum Leidwesen der Leser
Alle wichtigen Medien berichteten gestern, heute hat Michael Bolzli bei theinformation.com abgeschrieben, dass Apple eventuell Google nicht mehr zur Standardsuchmaschine küren möchte. Natürlich hat Bolzli nichts Eigenes herausgefunden. Seine Leistung bestand im Wesentlichen darin, reisserisch zu titeln und einen dicken Fehler einzubauen. Es ist nämlich nicht so, dass man die vorgegebene Suchmaschine nicht verstellen könnte. Man geht dazu einfach in die Einstellungen des Browsers Safari unter iOS und wählt dort die gewünschte Suchmaschine aus, mit der man dann automatisch suchen möchte, wenn man etwas in die Adress- bzw. Suchleiste eingibt. Daher nur eine Frage an den Autor: Wie genau würden die Kunden leiden?
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Die Titelseite von 20 Minuten erstrahlt in neuem Glanz
Kürzlich berichtete ich, wie 20 Minuten für Coop sämtliche journalistische Grundsätze über Bord warf. Heute beginnt die Gratiszeitung mit einer zweiseitigen Anzeige der Migros. In dieser wird die Neueröffnung der Migros-City an der Löwenstrasse in Zürich thematisiert. Nur eine Frage zum obigen Bericht im Innenteil: War der Bedingung für die Schaltung der Anzeige?
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Freitag, 31. Oktober 2014
Swisscom Business Booster
Zugegeben, ich erwarte von bluewin.ch ohnehin nicht viel. Aber nur eine Frage: Könnte die Werbung, etwa die für die Betreiberin Swisscom, nicht wenigstens ansatzweise gekennzeichnet werden?
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Recherche ist in Zürich am teuersten
Nur Stockholm sei teurer als Zürich, schrieb blick.ch heute in einem Artikel über einen ÖV- und Taxipreisvergleich der Berliner Reisesuchmaschine GoEuro. Schaut man sich deren Nahverkehrspreisindex an, fällt der Blick sogleich auf die Anmerkung rechts. Dort steht, dass Originalpreise statt der Kaufkraftparität (KKP) genutzt wurden. Was das heisst: Der Vergleich hat wenig Sinn, denn die Kaufkraft wurde nicht berücksichtigt. Natürlich ist ein Taxi in Zürich teuerer als in Bogota. Es ist ein wenig wie bei den nicht repräsentativen Umfragen. Gut zu wissen, dass 57 von 63 Schweizern online flirten. Das sagt aber wenig aus. Daher nur eine Frage, Blick: Wurde deswegen kein Link zur Originalquelle gesetzt?
Mittwoch, 29. Oktober 2014
Eine Sex-Tramperin, zwei Journalisten, keine Recherche
Gestern haben Daniel Riedel und Andrea Cattani im "Blick am Abend" eine halbe Seite mit der Geschichte "Sex-Tramperin reist durch China" gefüllt. Die Chinesin Ju Peng wolle ohne Geld durchs Land reisen und für Unterkunft und Essen mit Männern ins Bett gehen. Mittlerweile hat aber sogar Bild.de gemerkt, dass die Story ein Fake ist. Es handelt sich um einen Werbefeldzug des chinesischen Dating-Portals Youjia. Nun könnte man sich fragen, ob die Blick-am-Abend-Journalisten überhaupt recherchiert oder einfach nur Trash-Blätter wie die "Daily Mail" abgeschrieben haben. Ich hätte aber nur eine Frage, denn auch auf blickamabend.ch ist noch nichts dergleichen passiert: Wie lange dauert es noch, bis der "Blick am Abend" eine ebenso grosse Korrektur bringt?
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Montag, 20. Oktober 2014
Finde den Unterschied
Nur eine Frage an 20 Minuten: Was ist der Unterschied zwischen einer Anzeige und dieser Meldung aus dem heutigen Wirtschaftsteil?
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Dienstag, 29. Juli 2014
Worst practice
Nur eine Frage an Markus Städeli: Darf man als Redaktor der NZZ am Sonntag für das Kundenmagazin Best Practice von T-Systems anbiedernde Porträts wie dieses über Jim Hagemann Snabe von SAP schreiben?
Montag, 14. Juli 2014
Wer springt noch über diese Mauer?
"Auch die früher legendäre NZZ-Auslandberichterstattung ist nicht mehr, was sie mal war", sagte mein alter Freund Eugen Sorg kürzlich im Gespräch mit Ronnie Grob für medienwoche.ch. Daran musste ich wieder denken, als ich die Neue Zürcher Zeitung las. Man könnte sich fragen, warum Sascha Zastiral aus Bangkok über Afghanistan berichtet, Paul Flückiger aus Danzig heftige Kämpfe in der Ukraine meldet oder Peter Winkler in Washington wie gewohnt nur Agentur- und Zeitungsmeldungen aus den USA zusammenfasst. Auf Seite 7 lachte mich dann aber ein Hintergrundbericht von Marie-Astrid Langer an. Thema: Netzneutralität. Man könnte sich schon am sprachlich schiefen Lead stören - oder daran, dass es offenbar in den USA einen Provider namens Cablecom gibt, aus dem dann später doch noch Comcast wird. Was mich aber am meisten an diesem Artikel stört, ist die fehlende Eigenleistung. Da wird dann in die Trickkiste gegriffen. Beispielsweise "warnen" 150 Technologiefirmen in einem offenen Brief vor einer Zweiklassengesellschaft im Netz. Klar, das wirkt aktuell. Dabei stammt der Brief von Anfang Mai. Alles im Text hat man bereits vor ein paar Wochen gelesen - beispielsweise wo die Netzneutralität gesetzlich verankert wurde und wie es in der Schweiz aussieht. Und etwas Wichtiges hat die Autorin nicht verstanden: Die Netzneutralität wird im Mobilfunk längst ausgehöhlt, indem beispielsweise Streaming-Dienste nicht auf den Traffic angerechnet werden. Noch viel wichtiger: Anbieter wie Netflix haben eigene Anbindungen ans Datennetz der Provider.
Die NZZ hat kürzlich ihre Paywall erhöht. Nur noch fünf Artikel erhält man pro Monat gratis. Da müsste man schon mit Qualität punkten, um neue Abonnenten zu gewinnen. Schliesslich verliert man , wie mir hinausgeworfener Kader unlängst erzählte, einige Hundert Abonnenten im Monat netto. Mich wird man nicht zurückgewinnen, wenn man Abo in einigen Wochen ausläuft. Warum? Ganz einfach. Offenbar ist man an der Falkenstrasse nicht in der Lage, mir für mein Geld einen Mehrwert zu bieten. Man bildet sich so viel auf die vermeintlichen Experten in der Redaktion ein, die aber vielfach nichts weiter tun, als Geschriebenes anderer Medien zusammenzufassen. Beispielsweise hat hat Stefan Betschon vergangene Woche berichtet, dass die NSA auch Tor-Nutzer ins Visier nimmt und mittels Xkeyscore Unbescholtene ausspioniert. So weit, so interessant. Leider beruht der Artikel auf Recherchen des ARD-Magazins Panorama und der Washington Post, die bereits ein paar Tage vorher publiziert wurden. Eigene Recherche? Auch in diesem Fall Fehlanzeige. Aber dafür ist ein Gadget-Ressort wie Digital ohnehin nicht bekannt.
Entscheidend für den Erfolg beim Leser ist aber nicht nur, welche Stories man hat, sondern auch, welche man nicht macht. Beispielsweise hätte doch der einzige hauptamtliche Medienjournalist der Schweiz, Rainer Stadler, verkünden müssen, dass Tamedia die Online-Nachrichtenredaktion von 20 Minuten und Newsnet zusammenlegt. Was für ein Tabubruch? Stattdessen las man dies persönlich.com. Und was hat die NZZ eigentlich Eigenes zur Syrerin gebracht, die bei der Einreise vielleicht aufgrund des Versagens der Grenzwache ihr Kind verlor? Daher nur eine Frage an Chefredaktor Markus Spillmann: Wie wollen Sie so noch fünf Jahre überleben?
Montag, 23. Juni 2014
Beisshemmung auf dem Boulevard
Gestern hat ein Audi in Zürich eine Tramhaltestelle rasiert, habe ich heute im Blick gelesen. Auch 20 Minuten hat über den Unfall berichtet. In beiden Berichten ist zu lesen, der Verursacher entstamme einer angesehenen Unternehmerfamilie, die Beifahrerin soll eine ehemalige Fernsehmoderatorin sein. Auf den Bildern der Leser-Reporter sind zwei Kinder zu sehen, eins davon noch ein Baby. Es wäre doch relativ leicht gewesen, herauszufinden, wer der Schuldige ist - zumal er wohl viel zu schnell gefahren ist. Es liegt also der Verdacht nahe, dass die beiden Boulevardblätter wissen, wer im Auto sass und eine eigenartige Beisshemmung entwickelt haben. Sonst wird doch auch jeder Fehltritt eines Prominenten breit getreten. Auf dem Bild oben sieht es so aus, als sei der Mann in den rot-grünen Shorts der Audi-Rowdy. Daher nur eine Frage: Ist es vielleicht der Sohn eines potenziellen Anzeigenkunden?
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Freitag, 20. Juni 2014
Sind die geringen Leserzahlen schuld am Totalausfall von Watson?
In den ersten beiden Monaten hat Watson viel zu wenig Leser erreicht. In spätestens einem Jahr wird man sich fragen, warum es mit der Newssite eigentlich nichts geworden ist. Bekanntlich ist Chefredaktor Hansi Voigt angetreten, Blick und 20 Minuten Online das Fürchten zu lehren, womit wir bei einer A-Geschichte von gestern wären. In Schlieren ist ein Wolf überfahren worden. Update folgt, las man da und: Die Behörden informieren. Das alles klingt dramatisch, developing story, aber wir liefern Ihnen, unseren vor Angst zitternden Lesern, schon mal die ersten Details. Nur zur Erinnerung: Der Wolf wird dem Menschen in der Regel nicht gefährlich. Und dann gab es noch einen halbstündigen Facebook-Ausfall. Seit ein paar Tagen sind wieder Fotos von stillenden Müttern erlaubt. Wie macht man daraus eine einzige Story? Das weiss wohl nur Daniel Schurter. Und damit wären wir wieder bei der eingangs erwähnten Frage. Eine Antwort wäre: Watson hat es selten geschafft, Inhalte zu liefern, die sich in irgendeiner Form von der Trash-Konkurrenz abgrenzen. Daher nur eine Frage, Hansi Voigt: Werden wir uns besagte Frage wirklich erst in einem Jahr stellen?
Donnerstag, 19. Juni 2014
Billige Kritik
Amazon hat gestern bekanntlich sein erstes Smartphone vorgestellt. Das Fire Phone gibt es vorerst nur bei AT&T in den USA mit Vertrag ab 199 Dollar. Ohne Abonnement kostet es mindestens 649 Dollar. Christiane Hanna Henkel schreibt aber heute in der NZZ, dass der Internethändler es zum Produktionskostenpreis verkauft. Das hatte mancher Branchenbeobachter vor der Präsentation vermutet. Daher nur eine Frage an die NZZ: Wurde dieser Kommentar vor Ende des Keynote verfasst?
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Drittverwertung
Am 13.6 erschien auf sueddeutsche.de ein Artikel von Julian Hans, in dem er erklärt, wie bezahlte Manipulatoren in Social Networks und Kommentarspalten von Onlinemedien Stimmung für Wladimir Putin machen. Am 16.6 erschien der Artikel dann auf tagesanzeiger.ch, am 18.6. auf nzz.ch. Allerdings zeichnet für letztgenannten Christian Weisflog verantwortlich. Der Tagi und die SZ teilen sich bekanntlich Korrespondenten. Aber die NZZ hat sich nicht gross die Mühe eigener Recherchen gemacht, sondern einfach so getan als hätte sie das Material im Netz entdeckt. Ein Verweis auf SZ und Tagi fehlt natürlich. Man hätte beispielsweise doch mal versuchen können, mit den Verantwortlichen zu reden. Daher nur eine Frage an die Neue Zürcher Zeitung: Warum verlangen Sie für solche Drittverwertungen Geld?
Mittwoch, 11. Juni 2014
Die ersten drei Seiten gehören dem Bösen
Wenn man Kurt W. Zimmermann glaubt, hat der Blick am Abend noch nie Geld verdient. Wenig überraschend, dass man heute die Titelseite und die beiden folgenden für Stanislas Wawrinka freigeräumt hat. Hat der Romand etwa ein weiteres Grand-Slam-Turnier gewonnen. Nein, drei Leser können jeweils fünf Minuten gegen ihn im Hauptbahnhof Zürich antreten. Chefredaktor Peter Röthlisberger vergisst in seinem Kommentar (warum eigentlich diese Textsorte?) nicht zu erwähnen, dass Wawrinka Evian-Markenbotschafter ist. Ausserdem kann man Evian-T-Shirts gewinnen. Kein Wunder: Evian ist Sponsor der Aktion. Daher nur eine Frage an den Blick am Abend: Wie viel Geld ist für diese Aktion geflossen?
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Montag, 19. Mai 2014
Dicker Fehler
Megaupload-Macher Kim Dotcom hat sich von seiner Frau Mona getrennt. Nur eine Frage an Thomas Benkö vom Blick am Abend: Warum zeigt das linke Foto Dotcom und Janina Youssefian?
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Wer zahlt für welche Moderatorin?
Angela Barandun leitet mit Markus Diem Meier das Wirtschaftsressort beim Tages-Anzeiger. Sie hat oft über UPC Cablecom berichtet. Am 23. Mai moderiert sie ein Breakfast Seminar mit dem Titel "Wer zahlt für welches Internet? - IP-Interconnection im Kontext von Regulierung und Netzneutralität. Es wird vom Europa Institut der Universität Zürich veranstaltet. Sponsor ist UPC Cablecom. Daher nur eine Frage: Zahlt der Tagi so schlecht, dass man sich so verkaufen muss?
Sonntag, 27. April 2014
Erfrischend bekannt
Auf beobachter.ch wies Thomas Angeli kürzlich darauf hin, dass Nationalrätin Yvette Estermann (SVP) in ihrer Autobiographie "Erfrischend anders" munter abgeschrieben hat. Nur eine Frage an Urs Rauber von der NZZ am Sonntag: Warum ist Ihnen das in Ihrer Rezension keine Zeile wert?
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