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Montag, 20. September 2021

Warum eigentlich recherchieren?


Auch die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) möchte gern etwas Gefühliges zur Schweizer Abstimmung über die Ehe für alle machen. Dazu nur eine Frage an Angelika Hardegger: Warum liefern Sie im Text nicht eine Zahl aus der Schweiz, die belegt, dass die Ehe hierzulande populär wie selten ist?

Sonntag, 19. September 2021

Für dieses Magazin kommt jede Hilfe zu spät


Irgendwo am Ammersee ist ein Mann ertrunken. Nur eine Frage an Kai Winckler, Chefredaktor des deutschen Magazins "Freizeitspass" (für Google: "Freizeitspaß"): Was hat Sängerin Helene Fischer damit zu tun  – ausser dass sie auch an diesem deutschen See lebt?



Anzeige: Fielmann


Es gibt derzeit keinen Grund, ein Interview mit Marc Fielmann, Chef der gleichnamigen Optikerkette (Werbeslogan: "Brille: Fielmann"), zu führen. Und schon gar kein derartig weichgespültes ohne jeglichen Inhalt. Kein Wunder, denn klassische Aufhänger gibt es nicht für ein zweiseitiges Gespäch im Fokus-Bund der heutigen "SonntagsZeitung": Fielmann ist nicht unlängst CEO geworden, es stehen keine Ankündigungen für die Schweiz an und das 25-jährige Jubiläum in der Schweiz  wait for it: Nur eine Frage an Autor Erich Bürgler: Ist der Aufhänger die Fielmann-Anzeige dazu im ersten Bund?

Der Konzernjournalismus erhebt sein Haupt


Vorab: Das interessenskonfliktbehaftete Minenfeld NZZ/Zurich Film Festival ist schon oft Gegenstand der Berichterstattung gewesen. Über das Versprechen des damaligen NZZ-CEO Veit Dengler, die journalistische Unabhängigkeit bleibe gewahrt, ist nicht nur in der Medienbranche vielfach laut gelacht worden. 

Das Kino darbt nicht erst seit Corona. Streaming-Dienste boomen und gewinnen mittlerweile auch Preise an Festivals. Das kann man, wenn man es nicht weiss, mit ein paar Google-Suchen herausfinden. Einen Gegenbeweis kann auch die heutige "NZZ am Sonntag" nicht liefern. Es wirkt daher fast schon verzweifelt, wie Denise Bucher und Peer Teuwsen in der "NZZ am Sonntag" eine Renaissance des Kinos herbeizuschreiben versuchen. Und zwar im Aufmacher des Kulturteils. Na klar, das 17. Zurich Film Festival steht an und das gehört bekanntlich mittlerweile seit ein paar Jahren der NZZ Mediengruppe. Daher auch dieser Satz im Text "Das alles schreiben wir hier übrigens nicht, weil dieses Festival auch dem Unternehmen gehört, dessen Wochenzeitung Sie gerade lesen." Es gibt dann noch 13 Film-Tipps fürs Festival und im Lead natürlich den Superlativ: "... zeigt so hochkarätiges Schaffen wie noch nie". Nur eine Frage an Bucher und Teuwsen: Hat Sie Chefredaktor Jonas Projer zu diesem traurigen Schauspiel gezwungen?

Samstag, 11. September 2021

Die unbefleckte Empfängnis der Anne Wünsche


Nur eine Frage
an Bernd Peters von "Bild": Wie zeugten Anne Wünsche ("Berlin - Tag & Nacht") und ihre Affäre Tochter Miley (7), wenn Wünsche den Vater 2020 des Kindes erstmals getroffen hat?

Freitag, 10. September 2021

Kabellos oder kopflos?


Nur eine Frage
an Jon Mettler vom "Tages-Anzeiger": Ist man zu Hause nicht im Wlan - statt im 5G-Netz?

Mittwoch, 25. August 2021

Prost auf die Recherche


Nur eine Frage
an Fabian Pöschl von "20 Minuten" und Claude Messner, Professor für Konsumverhalten an der Universität Bern: Seit wann verkauft die Migros Alkohol?

An ihren Fenstern sollt ihr sie erkennen


Nur eine Frage
an Fabian Baumgartner von der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ): Warum zeigen Sie in ihrem Artikel ein Cobra-Tram (und kein Tram 2000)?

Sonntag, 15. August 2021

Rassistische Schlagzeilen vor allem bei ehemaligen "Weltwoche"-Schreibern beliebt


Rico Bandle von der "SonntagsZeitung" möchte so gern schreiben, dass Elektro-Roller im Harley-Stil vor allem bei der Secondo-Jugend beliebt sind. Denn das ist die bessere Geschichte für die nach rechts gerückte Tamedia-Postille. Bandle kam bekanntlich von seit längerer Zeit rechtslastigen "Weltwoche". Das Problem mit diesen Rollern: Sie können getunt werden und fahren dann statt 20 bis zu 80 km/h. Das ist natürlich eine schöne (weil ressentimentsgeladene) Geschichte  dass Jugendliche mit Migrationshintergrund zu Verkehrsrisiken werden (wie Jugendliche in den 80ern mit ihren Benzin-Töffli von Puch oder Piaggio).

Bandle hat bloss ein Problem: Er kann nicht belegen, dass solche Roller vor allem von der Secondo-Jugend gekauft werden. Also schreibt er vage von (eigenen) Beobachtungen und zitiert Dewe Heiniger, Geschäftsführer von erides.ch in Zürich. Doch dieser sagt nur, dass Jugendliche mit Migrationshintergrund weniger Berührungsängste hätten und einfach pragmatisch dächten. Heiniger bestätigt also Bandles Beoachtungen nicht. Für Journalismusanfänger:innen: Hier wäre eine Zahl angebracht gewesen, und zwar nicht nur von Heiniger, sondern auch noch von 2-3 grossen Händler:innen  am besten nicht nur aus Zürich. 

Auch die vermeintlich dritte Quelle für Bandles schon in der Überschrift angelegt These ("Der letzte Schrei bei Secondo-Jungs"), ein gewisser Abdullah, liefert keine Belege. Er wundert sich bloss, warum Gymni-Schüler nur Velo fahren. Fun Fact: Adullah, der auch das Tunen kurz beschreibt, hat natürlich keinen Nachnamen und ist nicht abgebildet. Ob es ihn überhaupt gibt? Er wird zwar als 15-Jähriger aus Zürich-Wiedikon vorgestellt. Das schränkt den Kreis aber nur ein wenig ein. Fun Fact: Bandles Head impliziert, solche Roller seien nur bei Jungs beliebt. Nicht einmal das kann er belegen. Rico Bandle ist Textchef bei der "SonntagsZeitung". Er soll also auf die Qualität der Artikel achten, beachtet aber einfachste journalistische Regeln nicht. Daher nur eine Frage an den Autor: Sie wissen schon, dass der Tod der guten Geschichte die Recherche ist, oder?

Donnerstag, 29. Juli 2021

Wes Brot ich ass, des Lied ich sing


Guy Lachappelle ist bekanntlich bei Raiffeisen über eine Affäre gestolpert. Denn der VR-Präsident gab der Geliebten vertrauliche (börsenrelevante) Informationen per E-Mail. Lukas Hässig hat auf seinem Finanzblog "Inside Paradeplatz" (IP) darauf hingewiesen, dass der Fall Lachapelle auch ein Fall Guido Schilling (Schillingreport) ist. Schliesslich hatte Schilling, einer der bekanntesten Headhunter der Schweiz, Lachapelle auf den Posten bei der Bank gebracht. Und das obwohl Lachapelle schon bei der Basler Kantonalbank (BKB) ein Millionenbetrug mit der Kundin ASE immer näher rückte. 

Hässig weist auch auf ein dieser Tage in der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) erschienenes Interview hin, in dem Schilling in Watte gepackt wird. In Watte packt Hässig, der sonst nicht dafür bekannt ist, den verantwortlichen Redaktor. Hässig nennt den Namen nicht: André Müller. Der IP-Chef raunt nur, der Autor des Interviews kenne Schilling gut. Dabei ist es es mit einer Google-Suche leicht herauszufinden: André Müller hat einst für Schilling gearbeitet. Daher nur eine Frage an die NZZ: Warum durfte Müller diesen Artikel überhaupt schreiben?

Sonntag, 18. Juli 2021

So wird ein Schuh draus


Nur eine Frage
an Jan Kedves vom "Musikexpress": Dass Sie den nachhaltigen Laufschuh Salolom Index.01 auf der Stilseite vorstellen, hat nichts mit der vollformatigen Anzeige für denselben auf der letzten Magazinseite zu tun, oder?



Kein Modell für guten Journalismus


Ronja Furrer und Jennifer (Jenny) Bachmann haben die Modelagentur The Kinship gegründet. Nur eine Frage an Bettina Weber von der "SonntagsZeitung": Warum wird so gross im ersten Bund darüber berichtet?

Donnerstag, 15. Juli 2021

Lust auf einen Interessenskonflikt?


Dass es beim Content-Marketing-Produkt Sanitas Health Forecast Interessenskonflikte gibt, wurde in diesem Blog schon thematisiert. Aus aktuellem Anlass daher nur eine Frage an Journalistin Linda Gwerder ("Radio 1"): Warum machen Sie als Moderatorin des YouTube-Channels beziehungsweise Instagram-Accounts "Health Forecast" in der Interviewreihe "Lust auf....?" Werbung für die Krankenversicherung Sanitas?

Montag, 21. Juni 2021

Ein Frage der Warnemung


Nur eine Frage
an Katharina Bracher vom "NZZ am Sonntag Magazin": Sollte ein Text, in dem es um Sprache geht, nicht besonders aufmerksam vom Korrektorat gegengelesen werden?

Sonntag, 20. Juni 2021

Fehler sind zum Lernen da, nicht zum Wiederholen


Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Christiano Ronaldo hat durch seine Coke-Verweigerung an der Endrunde der Fussball-EM nicht den Aktienkurs von Coca Cola um vier Milliarden US-Dollar sinken lassen. Daher nur eine Frage an Peter Burkhardt, Leiter des Wirtschaftsgrossressorts von Tamedia: Unlängst stand dieser Quatsch im "Tages-Anzeiger", warum findet man ihn heute nochmal in der Rubrik "Büroohr" der "SonntagsZeitung"?

Samstag, 19. Juni 2021

Richtige Recherche: You can't beat the feeling


Thomas Knüwer hat sehr einfach aufgeschrieben, warum Christiano Ronaldo, der an der Endrunde der Fussball-EM Wasser statt Coca-Cola trank, den Aktienkurs des Brauseherstellers nicht hat sinken lassen. Jedenfalls nicht so viel wie in vielen sachkenntnisfreien Artikeln wie dem obigen von Jon Mettler aus dem "Tages-Anzeiger" behauptet: "Denn tatsächlich hat der Aktienkurs gar nicht auf Ronaldo reagiert, oder bestenfalls minimalst. Jener Tag war nämlich auch der Ex-Div-Tag für Coca-Cola", schreibt Knüwer, der früher mal Journalist bei der deutschen Wirtschaftszeitung "Handelsblatt" war. Und weiter: "Das bedeutet: Es war der Tag, an dem die Dividende (in dem Fall die Quartalsdividende) ausgezahlt wurde. An solch einem Tag sinkt der Kurs für einen Tag um diesen Auszahlungsbetrag, denn das Unternehmen ist (simpel gesprochen) so viel weniger wert – es zahlt das Geld ja aus. Natürlich kommt das nicht genau hin, denn die Aktie wird ja weiter gehandelt und somit kann es Einflüsse geben. Doch ist die Höhe jenes angeblich von Ronaldo verursachten Einbruchs im Vergleich zur Dividende einigermassen aufschlussreich. Die Aktie verlor im negativsten Moment 44 Cent. Die Quartalsdividende betrug: 42 Cent." 

René Zeyer von "Zackbum", bei dem der Schaum vor dem Mund leider oftmals die Recherche ersetzt, hat übrigens auch auf Mettlers Schwachsinnsartikel hingewiesen. Zeyer hat allerdings nicht verstanden, warum es Unsinn ist, was Mettler schreibt. Anders gesagt: Er ahnt, dass Ronaldo nicht Hauptverantwortlicher für den Kursrückgang ist. Zeyer kann es aber nicht begründen, wie man im folgenden Abschnitt sieht:


Daher
nur eine Frage an René Zeyer und Jon Mettler: Wann dürfen wir mit transparenten Korrekturen Ihrer Artikel rechnen?

Freitag, 18. Juni 2021

Russland ist westlicher als die USA


Man kann etwa diesen Artikel lesen. Was man nicht tun kann: Ernsthaft 2021 noch behaupten, der Messenger Telegram sei sicherer als WhatsApp. Daher nur eine Frage an Lukas Bertschi und Christian Birmele von "saldo": Warum haben Sie nicht mal ansatzweise recherchiert? 

Donnerstag, 17. Juni 2021

Worüber man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen


Nur eine Frage
an die Macher von "Bild": Sie kommen selbst darauf, oder?

Mittwoch, 16. Juni 2021

Was dieser Teaser mit Qualitätsjournalismus zu tun hat


Nichts. Denn das ist auch die Antwort auf den obigen Teaser auf blick.ch. Denn um mal kurz aus dem Artikel zu zitieren: "Beppe Marotta, der Geschäftsführer von Inter Mailand, der in engem Austausch mit den dänischen Ärzten steht, sagte klipp und klar, dass der Vorfall keinen Zusammenhang mit einer Corona-Erkrankung oder Schutzimpfung habe: «Christian war nicht an Covid erkrankt und er wurde auch nicht geimpft.» Die Suche nach den Ursachen geht also weiter." Das Problem: Viele Leser:innen teilen Artikel auf Social Media, ohne den eigentlichen Artikel gelesen zu haben. Twitter fragt deshalb Nutzer:innen, ob sie einen Link teilen möchten, ohne ihn angeklickt zu haben. Und zu sehen ist dann wie im obigen Fall nur der Teaser, der grundlos Ängste und Verschwörungstheorien nährt. Und das ist sicherlich das Letze, was im Sinne des dänischen Fussballspielers Christan Eriksen ist. Zur Erinnerung: Er ist knapp mit dem Leben davongekommen. Also nur eine Frage an Christian Dorer, Chefredaktor "Blick": Schon geimpft und jetzt als 5G-Sender unterwegs? 

Sonntag, 13. Juni 2021

Tools für Werbemarktverlierer


Bei Tamedia sind bezahlte Beiträge beispielsweise mit "Paid Post" oder als "Sponsored" gekennzeichnet. Man kann nach etwa zehn Jahren Native Advertising immer noch darüber streiten, ob diese Bezeichungen den Leser:innen klar sind. Davon abgesehen nur eine Frage an die Macher:innen der Lifestyle-Beilage "Encore": Warum ist dieser Werbe-Beitrag für Hublot nicht entsprechend ausgewiesen?

Mittwoch, 9. Juni 2021

Zusammen zu neuen Einnahmen


Gestern ist ein liebedienerisches Interview von Christian Kolbe mit Thomas Haagensen im "Blick" erschienen. Der Europachef der Fluggesellschaft Easyjet darf die üblichen Phrasen absondern, um die Flugticketabgabe (das CO2-Gesetz) zu bekämpfen. Heute dann das obige ganzseitige Inserat im "Blick". Zur Erinnerung: Solche grossen Anzeigen muss man in der darbenden Boulevardzeitung seit Jahren mit der Lupe suchen. Die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) hat die Anzeige übrigens ohne Interview bekommen. Daher nur eine Frage an Chefredaktor Christian Dorer: Schon ärgerlich, oder?

Red Bull verleiht dem Bankkonto Flügel


Jürgen Schmieder ist freier Korrespondent der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) in Los Angeles. Wie man seiner Autorenseite entnehmen kann, schreibt er viel über Sport. Daher nur eine Frage an ihn: Warum verdingen Sie sich als Autor des Red Bulletin, also der Werbepostille von Red Bull?

Donnerstag, 3. Juni 2021

Prost auf die journalistische Unabhängigkeit


Nico Nabholz, noch Moderator beim serbelnden "Blick TV", wechselt demnächst als Mediensprecher zu Coop. Vorher macht er aber mit dieser Schalte schon mal Werbung für seinen neuen Arbeitgeber, in dessen Filialen Kundinnen und Kunden künftig selbst Bier zapfen können. Von der Frage, ob das einen Beitrag wert ist einmal abgesehen nur eine Frage: Hat Coop dafür einen ausgegeben?

Sonntag, 30. Mai 2021

Non vitae sed scholae discimus


"Masterstudium an der London School of Economics", heißt es auf Baerbocks Webseite unter Lebenslauf. Sie hat den "Master of Laws". Master - Sie wissen schon, was das heißt, oder? Im Duden steht: "englische Anrede für: junger Herr". Aha. Baerbock ist also eine junge Herrin, eine Masterin. Aber Letzteres gibt es im Englischen nicht. Die Briten sollten sich das noch einmal überlegen, ob sie weiterhin Frauen sprachlich unsichtbar lassen wollen." 

Zur Erinnerung: Master kommt vom lateinischen Wort Magister und bedeutet in etwa Lehrer. Daher nur eine Frage an Thomas Schmoll zu dieser Kolumne auf n-tv.de zu Annalena Baerbock, Kanzlerkandidaten der deutschen Gründen: Fürs kleine Latinum hat es wohl nicht gereicht, oder?

Werbeohr


Lidl Plus, das Bonusprogramm des deutschen Discounters, wird samt App nun auch in der Schweiz eingeführt. Nur eine Frage an Artur Rutishauser, Chefredaktor der "SonntagsZeitung": Dass diese Nullmeldung (pseudokritisch eingeordnet) zu einer Kundenkarte in der Rubrik Büroohr Platz findet, hat das mit der entsprechenden ganzseitigen Anzeige in derselben Ausgabe zu tun?



Donnerstag, 20. Mai 2021

Definiere: Journalismus

Klein Report über Kooperation EPFL Ringier und Blick

Die Älteren werden sich erinnern: "20 Minuten" liess sich jahrelang den Wissensteil von der Gebert Rüf Stiftung sponsern, die eindeutig einen affirmativen Blick auf die Forschung hat. Dafür liessen sich der einst mal seriöse Journalist Beat Glogger und sein Team von Higgs einspannen. 

Und nun geht der "Blick" geht also eine Kooperation mit der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) ein. Das Feigenblatt: Angeblich wollen Ringier und Forscher der Institution künstliche Intelligenz nutzen, um Journalismus und Wissenschaft zu verbessern. Der Klartext lautet aber: Forscherinnen und Forscher der EPFL werden wöchentlich abwechselnd auf der deutschen und französischen Version von blick.ch eigene Texte veröffentlichen. Das heisst: Journalistisch eingegriffen wird dabei nicht mehr. Auch ForscherInnen und deren Ergebnisse gilt es aber kritisch zu kontrollieren. Ganz einfach: Ringier will kostenlosen Content sourcen, wie man so schön sagt. Daher könnte man hier die Frage stellen, was das noch mit Journalismus, der ja bekanntlich (relativ) unabhängig sein soll, zu tun hat. Doch angesichts der Tatsache, dass weder dem "Klein Report" noch "Persönlich" dieses Manko aufgefallen ist und die beiden Mediendienste bloss brav die Medienmitteilung von Ringier wiederkäuen nur eine Frage: Gibt es eigentlich hierzulande ernstzunehmenden Medienjournalismus?

Dienstag, 11. Mai 2021

Zahlen, bitte


Im Januar liess Digitec Galaxus verlauten, 2020 einen Umsatz von 1,8 Milliarden Franken erzielt zu haben. Gewinn oder ähnliche Zahlen gibt der grösste Schweizer Onlinehändler traditionell nicht bekannt. Nun ist zum 20. Geburtstag ein erwartet werberisches Interview mit zweien drei drei Gründer erschienen: Oliver Herren und Florian Teuteberg. Aber nur eine Frage an Barbara Scherer von "20 Minuten": Welche genauen Einblick gewährt das Unternehmen nun erstmals in seine Geschäftszahlen?

Dienstag, 4. Mai 2021

So Gates mit der Stiftung weiter


Melinda French Gates und Bill Gates lassen sich scheiden. In einem Tweet haben sie klargemacht, dass es mit ihrer Stiftung weitergeht. Daher nur eine Frage an Jürgen Schmieder (eigentlich bei der "Süddeutschen Zeitung, hier aber beim "Tages-Anzeiger") vertreten, da der Tagi ja bekanntlich seit Jahren einen Deal mit der SZ hat: Warum dieses Clickbaiting im Teaser, zumal im Text keine Antwort auf diese Frage gegeben wird? 

Sonntag, 2. Mai 2021

Noch 5 Mal blättern, dann ist Interessenkonflikt

copp joos suter interview 20 minuten

"20 Minuten und Coop" sind seit langem ziemlich beste Freunde. Seit August 2020 erscheint die "Coopzeitung Weekend" freitags in der Pendlerzeitung. Erwartungsgemäss gibt es keine kritische Frage auf Seite 9. Daher nur eine Frage an Sandro Spaeth, Mitglied der Chefredaktion von "20 Minuten" und Autor des Interviews mit dem scheidenden Coop-CEO Joos Suter: Wie würden Sie einen Interessenkonflikt in einem Bild definieren?

Donnerstag, 29. April 2021

Die Compliance hat sich nach hinten geschoben

Silvia Aeschbach hatte auch schon bessere Zeiten. Dieses liebedienerische Interview hätte sie vor ein paar Jahren nicht machen müssen. Aber nur eine Frage an Priska Amstutz, die sich hier im eigenen Blatt zu ihrem belanglosen Buch "Das neue 40" interviewen lässt: Warum wird nur in einer ausklappbaren Box darauf hingewiesen, dass Sie Co-Chefredaktorin des "Tages-Anzeigers" sind?