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Montag, 25. Juli 2011

Die Grenzen des Wachstums


Twitter lasse ich unberücktsichtigt, weil es sich dabei nicht um ein soziales Netzwerk wie Facebook und Google+ handelt. Nur noch mal zur Erinnerung: Facebook wurde 2004 gegründet und stand zunächst nur Studenten an der Harvard University offen, später kamen weitere US-Hochschulen hinzu, erst 2006 erfolgte die Expansion ins Ausland. Die Hardware-Ausstattung war eher kümmerlich, was man unter anderem in David Kirkpatricks gut recherchiertem Buch "The Facebook Effect" nachlesen kann. Warum ich das fast alles bei Wikipedia abschreibe? Damit die obige Infografik von Leon Haland, die Thomas Knüwer in seinem ansonsten lesenswerten Blog Indiskretion Ehrensache aufgegriffen hat, ihre Relevanz verliert. Denn die Mitgliederentwicklung von Google+ lässt sich nicht nur wegen der eingangs erwähnten Historie nicht seriös mit jener Facebooks vergleichen. Googles Ende Juni gestartetes soziales Netzwerk steht bisher nur Auserwählten offen. Wie viele das sind, dazu gibt es keine offiziellen Angaben. Ausserdem hat der führende Suchmaschinenanbieter zum Start ganz andere Ressourcen zur Verfügungs als Facebook. Also nur eine Frage, Thomas Knüwer: Zurzeit viel mit der Entwicklung des deutschen "Wired" zu tun, oder?

Sonntag, 24. Juli 2011

Weichhirne


Angesichts der Tatsache, dass im Artikel von 22 Toten die Rede ist, nur eine Frage zu diesem Teaser auf der Front, Blick am Abend: Ihr wisst schon, dass sich eure Zeitung nicht am Kiosk verkaufen muss, oder?

Freitag, 22. Juli 2011

Hauptsache, Apple


So, so, Tages-Anzeiger: Es gibt also einen App Store für Macs - dieser existiert aber schon seit Jahresanfang, wie auch Sie erkannt zu haben scheinen. Nur eine Frage, Anatol Heib: Gab es heute keine anderen Geschichten?

Montag, 18. Juli 2011

GmbH - Geschichte mit beschränkter Haftung


Ich bin jetzt 42 Jahre alt und leider, liebe Kollegen beim Spiegel, hat mein Gedächtnis noch nicht so sehr nachgelassen, dass ich mich nicht an einen Blog-Post von Ali Arbia erinnern könnte. Er schrieb im Mai über einen kroatischen Jungen namens Ivan, der magnetische Kräfte haben soll. Arbia fasste seine Gedanken anlässlich zahlreicher Medienberichte damals so zusammen: "Was tut man also im 21. Jahrhundert, wenn man seine Arbeit und Journalisten-Ethik ernst nimmt? Man setzt sich hin und googelt. Problemlos findet man dann heraus, dass es sich nicht um Magnetismus handelt und ähnliche Behauptungen unzählige Male widerlegt wurden." Und dann schlage ich heute das Hamburger Nachrichtenmagazin auf und lese die obige Meldung über Ivan, in der wenigstens nicht mehr behauptet wird, Ivan sei magnetisch. Trotzdem nur eine Frage: Gab es diese Woche sonst nichts für die Meldungsseite abzuschreiben?

Ein bisschen bi schadet fast nie


Wenn es ein Adjektiv gibt, bei dem ich normalerweise nicht weiterlese, dann ist das "exklusiv". Und auch heute lag ich dabei nicht falsch. Denn Melanie Winiger, die ihre besten Zeiten zweifelsohne hinter sich hat, packt eben nicht nur im Blick über vermeintliche interessante Liebesszenen aus, sondern gibt das gleiche Interview noch mal im 20 Minuten. Daher nur eine Frage: Hat man an der Dufourstrasse etwa auch seine besten Promi-Zeiten hinter sich?

Sonntag, 17. Juli 2011

In schlechter Gesellschaft


Jedes ernstzunehmende Feuilleton hat Adam Mansbachs Buch "Verdammte Scheisse, schlaf ein" spätestens vor einem Monat abgefeiert. Sogar die NZZ hat es Anfang Juli rezensiert. Und heute las ich in der NZZ am Sonntag einen unter anderem daran aufgehängten Text namens "Baby, halt die Klappe". Dass Autor Martin Helg mit seinem vermeintlichen Trendthema spät dran ist - geschenkt. Dass in der gestrigen Vorschau auf die heutige Ausgabe noch zu lesen war, kein Geräusch nerve mehr als Babygeschrei, im Artikel dann aber eine Studie erwähnt wird, laut der es das Geschrei nur auf Platz 3 gebracht hat, als nach belästigenden Geräuschen gefragt wurde - auch geschenkt. Man kann alles behaupten. In diesem Fall: Das Geschrei von Babys wurde von der Verständnis-Pädagogik lange tabuisiert. Jetzt ist zumindest das Klagen darüber wieder erlaubt. Man könnte das Intro auch so verstehen, dass nun das Klagen über die Tabuisierung wieder erlaubt ist. Aber davon einmal abgesehen, liefert Martin Helg keinen einzigen ernstzunehmenden Beleg für seine These. Er führt nur den grossen Erfolg des Buches "Achtung Baby" von Komiker Michael Mittermeier und eben jenen des erwähnten Mansbach-Werkes an.

OK, dachte ich mir, blättere ich den Bund mal weiter durch. Auf der nächsten Seite überrascht David Signer mit der geschmacklosen Symbolbildunterschrift: "Ein Weisser ist in Afrika eine wandelnde Bank, die es zu plündern gilt. Sagt er, er könne nicht zahlen, glaubt ihm niemand."

Auf der dritten Seite findet man dann den sogenannten Kanon der Populärkultur. Zu lesen ist unter anderem Planking und Balconing sei diesen Sommer Trend. Auch diese vermeintlichen Trends sind schon etwas älter. Letztgenannter war beispielsweise schon im August 2010 ein Thema in Publikumsmedien.

Christof Gertsch hat eine Geschichte über die Ehrendamen der Tour de France geschrieben: "Küssen erlaubt, Flirten verboten". Man hat eine solche aber auch schon oft gelesen. Eine gute, weil ehrliche Zusammenfassung findet man bei 20 Minuten Online.

Ich musste dann leider aus Zeitgründen die Lektüre abbrechen. Daher nur eine Frage: Wird die Existenz von Sonntagszeitungen nicht immer mit den eigenen (kreativen) Geschichten gerechtfertigt, für die man mitunter mehrere Tage braucht?

Sonntag, 3. Juli 2011

Und wieder heisst es: Zahlen, bitte


Klaus Eck ist ein PR-Blogger, der es im Nachbarland Deutschland zu einiger Bekanntheit gebracht hat. Dies liegt vor allem daran, dass es zu IT-Themen vergleichsweise wenig echte Experten gibt und sich diese seltene Spezies nur selten äussert. Eck ist dafür bekannt, druckreif formulieren zu können, ohne dabei allzu sehr in die Tiefe zu gehen. Das hat er mit Reto Knobel von Tages-Anzeiger/Newsnetz gemeinsam, der allzu oft Artikel aus fremden Quellen zusammenfasst und diese dann - ohne zu verlinken - mit einer Autorenzeile versieht. Das verschafft ihm zwar manchen Treffer bei Google, aber von einem journalistischen Ehrenkodex, demzufolge man beim Abschreiben wenigstes Kollegen die Ehre eines Links erweisen sollte, scheint Knobel nichts gehört oder diesen auf Anweisung von Peter Wälty bewusst vergessen zu haben. Muss der Leiters des 1-Mann-Ressorts Digital selbst ran, wird es oftmals schlimm oder noch schlimmer, wie man an diesem Interview sieht. Eck stellt also die These auf, dass E-Mails irgendwann überflüssig werden könnten. Das ist weder neu noch durch irgendeine Zahl belegt. Stattdessen wird einfach mal behauptet, viele Nutzer kommunizierten nur noch über Facebook und Co. Nur eine Frage: Hat Klaus Eck sich selbst für dieses Interview ins Gespräch gebracht?