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Montag, 24. Mai 2010

Und das bekommen Sie für Ihre Gebühren

Collegehumor.com ist unbestritten eine der lustigsten Satireseiten des Netzes. Nun hat dies wohl wohl auch Pierre M. Krause entdeckt und für seine SWR3 latenight gehörig abgekupfert. Zum Beweis hier Original und Plagiat:





Anfang April hatte dwdl.de einen ähnlich dreisten Ideendiebstahl des Senders RTL aufgedeckt. Reporter Martin Sonneborn hatte für die heute Show des ZDF um Einlass in Privatwohnungen gebeten, um Bilder für Googles angeblich neues Projekt Homeview zu machen. RTL hatte die Street-View-Persiflage übernommen und gegenüber dwld.de nur fadenscheinigen Ausreden präsentiert.

Nur eine Frage: Hätte die Redaktion der SWR-Sendung nicht wenigstens beim Titel ihres Fun-Clips kreativ sein können?

Grossmeister


Nur eine Frage: Schreibt der dann auch die Stellenanzeigen?

Einmal ist keinmal


Was macht man, wenn man eine Redaktion verlässt, ohne einen neuen Job in Aussicht zu haben? Man schreibt selbst eine kleine Meldung und schickt sie Branchendiensten wie Persönlich oder Kress. Und schon steht das wenige Zeilen umfassende Bewerbungsschreiben im Netz. Dumm nur, wenn man zu dick aufträgt und angibt, man sei für das wichtigste Nachrichtenmagazin Europas tätig gewesen. Denn in Pressedatenbanken findet sich zu Katrin Kruse nur ein Treffer aus dem SPIEGEL. 2006 verfasste sie mit zwei Co-Autoren eine Geschichte über die digitale Boheme und lieferte wahrscheinlich Fallbeispiele aus Berlin. Nur eine Frage: Hat ihr niemand gesagt, dass der SPIEGEL nur äusserst selten mit freien, namenlosen AutorInnen zusammenarbeitet?

Klick mich!


Mitte Mai berichtete krone.at über Datenschutzprobleme im Zusammenhang mit der iPhone-App Quip. Dank ihr konnte man für 99 Cent unbegrenzt MMS verschicken. Denn über das Angebot des US-Unternehmens Addy Mobile gesendete Fotonachrichten wurden nicht über das Handynetz, sondern webbasiert an die Empfänger geschickt. Diese bekamen anschliessend eine Kurznachricht mit einem Link, über den sie die MMS herunterladen konnten. Allerdings nutzten Hacker eine Sicherheitslücke und konnten über 1200 versandte Fotos erbeuten und im Netz veröffentlichen. Darunter sollen auch Nacktbilder gewesen sein. Diese Tatsache vernebelte dem Krone-Redaktor wohl die Sinne, denn auf dem sicherlich eine Menge Klicks generierenden Symbolbild ist kein Apple-Smartphone zu sehen.

ZDNet hatte bereits übrigens bereits Ende März über die Sicherheitslücke berichtet. Nur eine Frage: Ist der Tod einer neuen Geschichte etwa die Recherche?

Samstag, 1. Mai 2010

Das ist ja kress!


Geht es um Apple und seinen charismatischen Chef Steve Jobs, liegen die Kalauer auf der Hand. Diesen hier verwendete Kritsanarat Khunkham kürzlich auf welt.de anlässlich des Streits um die Zulassung von Adobe Flash auf iPhone, iPod und iPod touch: "Jetzt platzt Steve der Rollkragen". Nicht schlecht, aber auch nicht wirklich originell. Doch für kress.de reichte es allemal, denn Marc Bartl gebrauchte in seinem Bericht wenige Stunden später eine nur unwesentlich veränderte Überschrift. Gelobt sei Google News.

Der journalistische Ehrenkodex verlangt, kurze, ohne grosse Eigenrecherche verfasste Artikel nur mit einem Kürzel zu versehen. Nur eine Frage: Warum hat Marc Bartl über einen Drei-Absätze-Artikel seine Autorenzeile geschrieben?

Zweitverwertung


Meedia.de ist für den renommierten Medienjournalisten Stefan Niggemeier nichts weiter als ein "Abschreibedienst", dem er überdies einst vorwarf, fremde Fehler mit eigenen zu kombinieren. Neuester Beleg für Peinliches aus Hamburg: Meike Winnemuth wechselt als Pauschalistin zum SZ Magazin - vor Ablauf ihrer Probezeit bei Cosmopolitan. Anlass für den Mediendienst von einer "hochkaratägigen Personalie" zu schwärmen und Winnemuth als "renommierte Journalistin und herausragende Kolumnistin" zu beschreiben, die überdies als "sehr experimentierfreudig" gilt. Als Beleg für letztgenannte Eigenschaft führt Meedia Winnemuths Blog daskleineblaue.de an, für den sie seit dem 11. November 2009 ein Jahr lang dasselbe Kleid trägt und darüber schreibt. Dumm nur, dass Sheena Matheiken diese Idee schon wesentlich früher hatte und auf theuniformproject.com darüber bloggte. Auch Winnemuths Text "Projekt Neustart" aus dem SZ Magazin 42/09 ist nicht sonderlich originell. Denn er weckt Erinnerungen an "... und raus bin ich" von Marlene Sørensen, in dem sich die entlassene Redakteurin ebenfalls mit dem Neuanfang einer Journalistin beschäftigte. Sørensens Artikel erschien allerdings bereits im August in der ZEIT.

Nur eine Frage:
Hat Winnemuths langjähriger Partner Peter Praschl, der auch als Autor fürs SZ Magazin tätig ist, da seine Finger im Spiel?