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Sonntag, 14. Dezember 2014

Ich weiss, dass er nichts weiss

Mein alter Kollege Christian Lüscher ist auch hier im Blog schon einige Male negativ aufgefallen. Am 12. Dezember twitterte Christian Lüscher vom Tages-Anzeiger, er sei übers Wochenende mal weg. Seltsam, zuvor hatte er wie kein anderer Bullshit zum Nachfolger des hinausgeworfenen NZZ-Chefredaktors Markus Spillmann verbreitet. Den Vogel schoss er mit einem Artikel ab, der mit "Spillmann und der deutsche Digitalcrack" überschrieben ist. Zitat: "Weil der Chefredaktor die Erwartungen in diesen Bereichen nicht erfüllt hat, ist der NZZ-Verwaltungsrat schon seit einiger Zeit auf der Suche nach einem neuen, starken Mann für die Chefetage, der das Geschäft der Zukunft beherrscht und die Auslandabenteuer vorantreibt. Es sollte deshalb ein «Digitalcrack aus Deutschland» her, berichten NZZ-Kreise. Als Wunschkandidat wird Mathias Müller von Blumencron genannt, der zurzeit den digitalen Auftritt der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» verantwortet. CEO Veit Dengler und Verwaltungsratspräsident Etienne Jornod sollen bereits Gespräche geführt haben. Hans Hofmann, namhafter Medienheadhunter, könnte sich – «spontan und rein hypothetisch» – Müller von Blumencron durchaus bei der NZZ vorstellen. «Er gilt als publizistischer Leuchtturm und hat vom ‹Spiegel› bis zur FAZ bei Publika­tionen von internationalem Format ­gearbeitet. Zudem war er auch schon in Zürich tätig und geniesst fachlich wie menschlich einen guten Ruf.»" Leider war heute allerdings im Spiegel zu lesen, dass Mathias Müller von Blumencron der NZZ abgesagt hat - vor zwei Wochen. Da er mal Spiegel-Chefredaktor war, dürfte die Quelle, die Autor Alexander Kühn hat, gut sein. Daher nur eine Frage an Christian Lüscher: Werden Sie noch Substanzielles liefern oder geht das Gebluffe bis Weihnachten weiter? Wenn überhaupt, sollte man übrigens den heutigen Artikel von Christof Moser aus der Schweiz am Sonntag lesen; Stichwort: Markus Somm.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

20 Minuten gewinnt, Leser verliert

Nur eine Frage an Ill-Fil von 20 Minuten: Warum ist ein Gewinnspiel Aufmacher im Ressort Digital?

Donnerstag, 27. November 2014

Zum Leidwesen der Leser

Alle wichtigen Medien berichteten gestern, heute hat Michael Bolzli bei theinformation.com abgeschrieben, dass Apple eventuell Google nicht mehr zur Standardsuchmaschine küren möchte. Natürlich hat Bolzli nichts Eigenes herausgefunden. Seine Leistung bestand im Wesentlichen darin, reisserisch zu titeln und einen dicken Fehler einzubauen. Es ist nämlich nicht so, dass man die vorgegebene Suchmaschine nicht verstellen könnte. Man geht dazu einfach in die Einstellungen des Browsers Safari unter iOS und wählt dort die gewünschte Suchmaschine aus, mit der man dann automatisch suchen möchte, wenn man etwas in die Adress- bzw. Suchleiste eingibt. Daher nur eine Frage an den Autor: Wie genau würden die Kunden leiden?

Die Titelseite von 20 Minuten erstrahlt in neuem Glanz

Kürzlich berichtete ich, wie 20 Minuten für Coop sämtliche journalistische Grundsätze über Bord warf. Heute beginnt die Gratiszeitung mit einer zweiseitigen Anzeige der Migros. In dieser wird die Neueröffnung der Migros-City an der Löwenstrasse in Zürich thematisiert. Nur eine Frage zum obigen Bericht im Innenteil: War der Bedingung für die Schaltung der Anzeige?

Freitag, 31. Oktober 2014

Swisscom Business Booster

Zugegeben, ich erwarte von bluewin.ch ohnehin nicht viel. Aber nur eine Frage: Könnte die Werbung, etwa die für die Betreiberin Swisscom, nicht wenigstens ansatzweise gekennzeichnet werden?

Recherche ist in Zürich am teuersten

Nur Stockholm sei teurer als Zürich, schrieb blick.ch heute in einem Artikel über einen ÖV- und Taxipreisvergleich der Berliner Reisesuchmaschine GoEuro. Schaut man sich deren Nahverkehrspreisindex an, fällt der Blick sogleich auf die Anmerkung rechts. Dort steht, dass Originalpreise statt der Kaufkraftparität (KKP) genutzt wurden. Was das heisst: Der Vergleich hat wenig Sinn, denn die Kaufkraft wurde nicht berücksichtigt. Natürlich ist ein Taxi in Zürich teuerer als in Bogota. Es ist ein wenig wie bei den nicht repräsentativen Umfragen. Gut zu wissen, dass 57 von 63 Schweizern online flirten. Das sagt aber wenig aus. Daher nur eine Frage, Blick: Wurde deswegen kein Link zur Originalquelle gesetzt?

Mittwoch, 29. Oktober 2014

Eine Sex-Tramperin, zwei Journalisten, keine Recherche

Gestern haben Daniel Riedel und Andrea Cattani im "Blick am Abend" eine halbe Seite mit der Geschichte "Sex-Tramperin reist durch China" gefüllt. Die Chinesin Ju Peng wolle ohne Geld durchs Land reisen und für Unterkunft und Essen mit Männern ins Bett gehen. Mittlerweile hat aber sogar Bild.de gemerkt, dass die Story ein Fake ist. Es handelt sich um einen Werbefeldzug des chinesischen Dating-Portals Youjia. Nun könnte man sich fragen, ob die Blick-am-Abend-Journalisten überhaupt recherchiert oder einfach nur Trash-Blätter wie die "Daily Mail" abgeschrieben haben. Ich hätte aber nur eine Frage, denn auch auf blickamabend.ch ist noch nichts dergleichen passiert: Wie lange dauert es noch, bis der "Blick am Abend" eine ebenso grosse Korrektur bringt?

Montag, 20. Oktober 2014

Finde den Unterschied

Nur eine Frage an 20 Minuten: Was ist der Unterschied zwischen einer Anzeige und dieser Meldung aus dem heutigen Wirtschaftsteil?

Dienstag, 29. Juli 2014

Worst practice

Nur eine Frage an Markus Städeli: Darf man als Redaktor der NZZ am Sonntag für das Kundenmagazin Best Practice von T-Systems anbiedernde Porträts wie dieses über Jim Hagemann Snabe von SAP schreiben?

Who is who?

Nur eine Frage, Blick am Abend: Wer ist die Frau auf dem Bild?

Montag, 14. Juli 2014

Wer springt noch über diese Mauer?

"Auch die früher legendäre NZZ-Auslandberichterstattung ist nicht mehr, was sie mal war", sagte mein alter Freund Eugen Sorg kürzlich im Gespräch mit Ronnie Grob für medienwoche.ch. Daran musste ich wieder denken, als ich die Neue Zürcher Zeitung las. Man könnte sich fragen, warum Sascha Zastiral aus Bangkok über Afghanistan berichtet, Paul Flückiger aus Danzig heftige Kämpfe in der Ukraine meldet oder Peter Winkler in Washington wie gewohnt nur Agentur- und Zeitungsmeldungen aus den USA zusammenfasst. Auf Seite 7 lachte mich dann aber ein Hintergrundbericht von Marie-Astrid Langer an. Thema: Netzneutralität. Man könnte sich schon am sprachlich schiefen Lead stören - oder daran, dass es offenbar in den USA einen Provider namens Cablecom gibt, aus dem dann später doch noch Comcast wird. Was mich aber am meisten an diesem Artikel stört, ist die fehlende Eigenleistung. Da wird dann in die Trickkiste gegriffen. Beispielsweise "warnen" 150 Technologiefirmen in einem offenen Brief vor einer Zweiklassengesellschaft im Netz. Klar, das wirkt aktuell. Dabei stammt der Brief von Anfang Mai. Alles im Text hat man bereits vor ein paar Wochen gelesen - beispielsweise wo die Netzneutralität gesetzlich verankert wurde und wie es in der Schweiz aussieht. Und etwas Wichtiges hat die Autorin nicht verstanden: Die Netzneutralität wird im Mobilfunk längst ausgehöhlt, indem beispielsweise Streaming-Dienste nicht auf den Traffic angerechnet werden. Noch viel wichtiger: Anbieter wie Netflix haben eigene Anbindungen ans Datennetz der Provider. Die NZZ hat kürzlich ihre Paywall erhöht. Nur noch fünf Artikel erhält man pro Monat gratis. Da müsste man schon mit Qualität punkten, um neue Abonnenten zu gewinnen. Schliesslich verliert man , wie mir hinausgeworfener Kader unlängst erzählte, einige Hundert Abonnenten im Monat netto. Mich wird man nicht zurückgewinnen, wenn man Abo in einigen Wochen ausläuft. Warum? Ganz einfach. Offenbar ist man an der Falkenstrasse nicht in der Lage, mir für mein Geld einen Mehrwert zu bieten. Man bildet sich so viel auf die vermeintlichen Experten in der Redaktion ein, die aber vielfach nichts weiter tun, als Geschriebenes anderer Medien zusammenzufassen. Beispielsweise hat hat Stefan Betschon vergangene Woche berichtet, dass die NSA auch Tor-Nutzer ins Visier nimmt und mittels Xkeyscore Unbescholtene ausspioniert. So weit, so interessant. Leider beruht der Artikel auf Recherchen des ARD-Magazins Panorama und der Washington Post, die bereits ein paar Tage vorher publiziert wurden. Eigene Recherche? Auch in diesem Fall Fehlanzeige. Aber dafür ist ein Gadget-Ressort wie Digital ohnehin nicht bekannt. Entscheidend für den Erfolg beim Leser ist aber nicht nur, welche Stories man hat, sondern auch, welche man nicht macht. Beispielsweise hätte doch der einzige hauptamtliche Medienjournalist der Schweiz, Rainer Stadler, verkünden müssen, dass Tamedia die Online-Nachrichtenredaktion von 20 Minuten und Newsnet zusammenlegt. Was für ein Tabubruch? Stattdessen las man dies persönlich.com. Und was hat die NZZ eigentlich Eigenes zur Syrerin gebracht, die bei der Einreise vielleicht aufgrund des Versagens der Grenzwache ihr Kind verlor? Daher nur eine Frage an Chefredaktor Markus Spillmann: Wie wollen Sie so noch fünf Jahre überleben?

Montag, 23. Juni 2014

Beisshemmung auf dem Boulevard

Gestern hat ein Audi in Zürich eine Tramhaltestelle rasiert, habe ich heute im Blick gelesen. Auch 20 Minuten hat über den Unfall berichtet. In beiden Berichten ist zu lesen, der Verursacher entstamme einer angesehenen Unternehmerfamilie, die Beifahrerin soll eine ehemalige Fernsehmoderatorin sein. Auf den Bildern der Leser-Reporter sind zwei Kinder zu sehen, eins davon noch ein Baby. Es wäre doch relativ leicht gewesen, herauszufinden, wer der Schuldige ist - zumal er wohl viel zu schnell gefahren ist. Es liegt also der Verdacht nahe, dass die beiden Boulevardblätter wissen, wer im Auto sass und eine eigenartige Beisshemmung entwickelt haben. Sonst wird doch auch jeder Fehltritt eines Prominenten breit getreten. Auf dem Bild oben sieht es so aus, als sei der Mann in den rot-grünen Shorts der Audi-Rowdy. Daher nur eine Frage: Ist es vielleicht der Sohn eines potenziellen Anzeigenkunden?

Freitag, 20. Juni 2014

Sind die geringen Leserzahlen schuld am Totalausfall von Watson?

In den ersten beiden Monaten hat Watson viel zu wenig Leser erreicht. In spätestens einem Jahr wird man sich fragen, warum es mit der Newssite eigentlich nichts geworden ist. Bekanntlich ist Chefredaktor Hansi Voigt angetreten, Blick und 20 Minuten Online das Fürchten zu lehren, womit wir bei einer A-Geschichte von gestern wären. In Schlieren ist ein Wolf überfahren worden. Update folgt, las man da und: Die Behörden informieren. Das alles klingt dramatisch, developing story, aber wir liefern Ihnen, unseren vor Angst zitternden Lesern, schon mal die ersten Details. Nur zur Erinnerung: Der Wolf wird dem Menschen in der Regel nicht gefährlich. Und dann gab es noch einen halbstündigen Facebook-Ausfall. Seit ein paar Tagen sind wieder Fotos von stillenden Müttern erlaubt. Wie macht man daraus eine einzige Story? Das weiss wohl nur Daniel Schurter. Und damit wären wir wieder bei der eingangs erwähnten Frage. Eine Antwort wäre: Watson hat es selten geschafft, Inhalte zu liefern, die sich in irgendeiner Form von der Trash-Konkurrenz abgrenzen. Daher nur eine Frage, Hansi Voigt: Werden wir uns besagte Frage wirklich erst in einem Jahr stellen?

Donnerstag, 19. Juni 2014

Billige Kritik

Amazon hat gestern bekanntlich sein erstes Smartphone vorgestellt. Das Fire Phone gibt es vorerst nur bei AT&T in den USA mit Vertrag ab 199 Dollar. Ohne Abonnement kostet es mindestens 649 Dollar. Christiane Hanna Henkel schreibt aber heute in der NZZ, dass der Internethändler es zum Produktionskostenpreis verkauft. Das hatte mancher Branchenbeobachter vor der Präsentation vermutet. Daher nur eine Frage an die NZZ: Wurde dieser Kommentar vor Ende des Keynote verfasst?

Drittverwertung

Am 13.6 erschien auf sueddeutsche.de ein Artikel von Julian Hans, in dem er erklärt, wie bezahlte Manipulatoren in Social Networks und Kommentarspalten von Onlinemedien Stimmung für Wladimir Putin machen. Am 16.6 erschien der Artikel dann auf tagesanzeiger.ch, am 18.6. auf nzz.ch. Allerdings zeichnet für letztgenannten Christian Weisflog verantwortlich. Der Tagi und die SZ teilen sich bekanntlich Korrespondenten. Aber die NZZ hat sich nicht gross die Mühe eigener Recherchen gemacht, sondern einfach so getan als hätte sie das Material im Netz entdeckt. Ein Verweis auf SZ und Tagi fehlt natürlich. Man hätte beispielsweise doch mal versuchen können, mit den Verantwortlichen zu reden. Daher nur eine Frage an die Neue Zürcher Zeitung: Warum verlangen Sie für solche Drittverwertungen Geld?

Mittwoch, 11. Juni 2014

Die ersten drei Seiten gehören dem Bösen

Wenn man Kurt W. Zimmermann glaubt, hat der Blick am Abend noch nie Geld verdient. Wenig überraschend, dass man heute die Titelseite und die beiden folgenden für Stanislas Wawrinka freigeräumt hat. Hat der Romand etwa ein weiteres Grand-Slam-Turnier gewonnen. Nein, drei Leser können jeweils fünf Minuten gegen ihn im Hauptbahnhof Zürich antreten. Chefredaktor Peter Röthlisberger vergisst in seinem Kommentar (warum eigentlich diese Textsorte?) nicht zu erwähnen, dass Wawrinka Evian-Markenbotschafter ist. Ausserdem kann man Evian-T-Shirts gewinnen. Kein Wunder: Evian ist Sponsor der Aktion. Daher nur eine Frage an den Blick am Abend: Wie viel Geld ist für diese Aktion geflossen?

Montag, 19. Mai 2014

Dicker Fehler

Megaupload-Macher Kim Dotcom hat sich von seiner Frau Mona getrennt. Nur eine Frage an Thomas Benkö vom Blick am Abend: Warum zeigt das linke Foto Dotcom und Janina Youssefian?

Wer zahlt für welche Moderatorin?

Angela Barandun leitet mit Markus Diem Meier das Wirtschaftsressort beim Tages-Anzeiger. Sie hat oft über UPC Cablecom berichtet. Am 23. Mai moderiert sie ein Breakfast Seminar mit dem Titel "Wer zahlt für welches Internet? - IP-Interconnection im Kontext von Regulierung und Netzneutralität. Es wird vom Europa Institut der Universität Zürich veranstaltet. Sponsor ist UPC Cablecom. Daher nur eine Frage: Zahlt der Tagi so schlecht, dass man sich so verkaufen muss?

Sonntag, 27. April 2014

Erfrischend bekannt

Auf beobachter.ch wies Thomas Angeli kürzlich darauf hin, dass Nationalrätin Yvette Estermann (SVP) in ihrer Autobiographie "Erfrischend anders" munter abgeschrieben hat. Nur eine Frage an Urs Rauber von der NZZ am Sonntag: Warum ist Ihnen das in Ihrer Rezension keine Zeile wert?

Newsnet ain't what's different

Kathrin Alder und Daniel Hug von der NZZ am Sonntag sind sich in ihrem Interview mit Johann Schneider-Ammann nicht zu schade dafür, sich in den Block diktieren zu lassen, dass der Bundesrat jeden Morgen die NZZ liest. Auf die schwindende Medienvielfalt angesprochen, sagt der FDP-Politiker dann: "Schaue ich mir die News-Apps vom Bund, vom Tages-Anzeiger und von der Berner Zeitung an, wird mir überall das Gleiche geboten. Ich sehe das als eine Folge der zunehmenden Konzentration." Eine Nachfrage oder einen Widerspruch dazu, dass das schon länger so ist, gab es nicht. Daher nur eine Frage an alle: Seit 2008 mal etwas von Newsnet gehört?

Blind im Auge des Shitstorms

Heute ist der 27. April. Vor elf Tagen konnte man auf bild.de lesen, dass Motörhead auf Facebook gegen einen Artikel über ihren Auftritt beim „Coachella“-Festival in den USA motzten. Die Band kam ihrer Meinung nach im Text von Dirk Benninghoff zu schlecht weg. Daraufhin brach ein Shitstorm los. Der Post wurde gelöscht. Heute habe ich in der Sonntagszeitung gelesen, dass Lemmy Kilmister auf Facebook zu einem Shitstorm gegen einen deutschen Reporter aufrief. Die Fans hätten sich dem brav ergeben. Dass das Ganze zwei Wochen her und längst vorüber ist - davon kein Wort und durch die Formulierung "dieses Wochenende" züchtet man sich schnell noch Aktualität. Daher nur eine Frage, Sonntagszeitung: Etwas zu lang in den Osterferien gewesen?

Sonntag, 20. April 2014

Alte Tante im neuen Zentrum

Nur eine Frage an Jenny Keller, die für das Magazin Stil der NZZ am Sonntag etwas über den neuen Sechseläutenplatz in Zürich geschrieben hat: Hätten Sie die peinliche Eigenwerbung für den NZZ-Shop nicht etwas weiter hinten verstecken können?

Dienstag, 15. April 2014

Zahlen, bitte

Stephanie Sigrist von 20 Minuten fiel hier einst mit peinlicher Werbung für Samsung auf. Mit einer echten Recherche machte sie noch nie Schlagzeilen. Nun hat sie versucht, Belege dafür zu finden, dass Twitter in der Schweiz ein Flop ist. Für den Hinterkopf: Der Microblogging-Dienst veröffentlichte bisher keine Zahlen für die Schweiz. Daher ist all das, was Sigrist anzubieten hat, Kaffeesatzleserei. Beispielsweise zitiert sie aworldoftweets.frogdesign.com. Die Seite sammelt nur Tweets mit Ortsangabe, wobei niemand weiss, wie viele Nutzer ihre Beiträge damit versehen. Facebook hat übrigens auch noch nie Zahlen für die Schweiz genannt - Sigrist ist das egal. Sie tut es trotzdem. Es tritt noch der Google Ad Planner auf, der - wie Sigrist zurecht erwähnt - längst eingestellt wurde. Die Journalistin nennt eine Schätzung von 2012. Man könnte auch Samsung nach Apples Markanteil fragen. Ausserdem kommen IT-Experte Robert Weiss und Ingo Gächter von der Zürcher Webagentur Snowflake Productions zu Wort, die aber nichts Nennenswertes zu sagen haben. Daher nur eine Frage: Was genau sollte dieser Beitrag auf welcher Faktenbasis aussagen?

Bluelose

Die meisten Besucher nutzten das Portal wegen den redaktionellen Inhalten. «Nur bei einem kleinem Teil unserer Besucher steht das Abrufen ihrer E-Mails im Fokus», sagte Marc Lottenbach, als «Head of Portal & Content Experience» verantwortlich für das Swisscom-Portal, 2013 zu medienwoche.ch. Wer's glaubt... und dann entdeckt man unter dem Test des Samsung Galaxy S5 von Dennis Kleine-Wilde/sirvaluse den ungekennzeichneten Werbehinweis, dass das Android-Smartphone bei Swisscom ab 1 Franken zu haben ist. Daher nur eine Frage: Wie war das noch gleich mit der Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbung?

"Recherche ist nicht mein Name"

Wie so viele hat der Blick die Geschichte einer gewissen Sarah, die aus Spass via Twitter eine Terrordrohung gegen American Airlines absetzte. Auch eine Fake-Bildergalerie hat man bei Ringier gebastelt. Sie enthält ein Bild und dann den Verweis auf weitere Bilderstrecken. Das Problem ist nur: Das vermeintliche Foto zeigt Sängerin und Schauspielerin Demi Lovato. Daher nur eine Frage an den Blick: Schon gewusst, dass man auf Twitter ein beliebiges Profilbild wählen kann?

Sonntag, 13. April 2014

Sprung daneben

Kürzlich sagte Artur Rutishauser, Chefredaktor der Sonntagszeitung, persönlich.com mit dem Relaunch mache man den Sprung ins Digitalzeitalter. De facto sieht es so aus, dass man die Digitalseiten auf eine zusammengestrichen hat. Diese besteht aus einem Gadget-Test in Kolumnenform, wobei es Barnaby Skinner und Simone Luchetta nochmals geschafft haben, den Begriff Test ad absurdum zu führen. Es gibt einen szenischen Einstieg samt persönlichem Geständnis, zwei, drei technische Daten, einen pseudokritischen Aspekt und das war's dann. Es gibt noch einen grossen Text, dessen Inhalt den meisten Lesern egal sein dürfte. Heute ging es um Spiele aus Finnland. Und dann liest man noch Kurzes zu Apps der Woche. Daher nur eine Frage: Gibt es beim nächsten Relaunch eine halbe Digitalseite, auf der nur noch ein Gadget-Bild zu sehen ist?

Auf fliessenden Werbewassern

Friedemann Bartu und Charles E. Ritterband haben diese Woche im Reiseteil der NZZ über Flussfahrten auf Ganges und Donau geschrieben. Passenderweise sind daneben ganzseitige Anzeigen der Veranstalter zu finden. Daher nur eine Frage an die Neue Zürcher Zeitung: Fliesst wegen der Paywall zu wenig Geld, das man sich derart verkaufen muss?

Dienstag, 1. April 2014

Mangelnder Grammatikkenntnisse

Nur eine Frage an Martina Läubli von der NZZ: Muss ich nach einem solchen Fehler im Lead noch weiterlesen?

Dienstag, 18. März 2014

Man sollte Uli Hoeness und einen Kommentar zu ihm nicht abschreiben

Heute erschien um 15:24 ein Kommentar von Thomas Hüetlin auf Spiegel Online. Titel: "Häme nach dem Hoeneß-Prozess: German Schadenfreude." Das Ganze weckt Erinnerungen an einen vier Stunden zuvor publizierten Artikel von Annette Ramelsberger auf süddeutsche.de. Titel: "Presse-Häme nach Hoeneß-Urteil Tiefer geht's nicht." Die Stossrichtung beider Autoren ist klar. Die Medien sollen aufhören, sich angesichts des Schicksals des verurteilten Straftäters Uli Hoeness über den ehemaligen Präsidenten des FC Bayern München lustig zu machen. Man könnte sich fragen, welches Medium das einzige Interview mit Hoeness bekommt, bevor er in die JVA Landsberg einfahren wird. Man könnte sich aber auch fragen, warum Hüetlins Text so stark dem Ramelsbergers ähnelt. Beispielsweise heisst es im erstgenannten: "Der Prozess gegen Uli Hoeneß in der letzten Woche wurde zu einem Fanal von good old German Schadenfreude. "Richter macht ihn rein", titelte der "Berliner Kurier", "Der Runde muss ins Eckige" die "BZ" und nicht einmal die "taz", sonst Insel des Juste Milieu und der Gutmenschen, konnte sich zurückhalten: "Mia san hier" spottete sie und zeigte einen rot-weißen Schal, der aus einem Gefängnisfenster hängt." Ramelsberger schreibt: "Klar, der zurückgetretene Bayern-Präsident Uli Hoeneß ist nicht unbedarft in die Medienwelt geraten. Er wurde auch sicher nicht von Weinkrämpfen geschüttelt, als er nach seinem Urteil die Schlagzeilen gelesen hat: "Der Runde muss ins Eckige", "Uli dahoam", "Richter macht ihn rein" - bebildert mit Hoeneß in gestreiften Knastklamotten hinter Gitterstäben. Und Hoeneß sah garantiert die Twittereinträge nicht, die sich an ihrer eigenen Witzigkeit erfreuten. Einer lautete so: "Transferhammer!!! Hoeness wechselt für 27,2 Mio zur JVA. Er hat dort einen 3 1/2 Jahres Vertrag." Hüetlin schreibt: "Hoeneß und der FC Bayern, das ist eine Erfolgsgeschichte, aber es ist eine, die alle anderen deutschen Fußballvereine demütigt, durch die Siege natürlich, aber auch durch die Art wie sich Hoeneß über Jahrzehnte präsentierte. "Wir müssen arroganter werden", sagte er, wenn einer es wagte, die Bayern zu kritisieren." Ramelsberger schrieb zuvor: "Sicher, der Mann hat selbst hart ausgeteilt, er hat den anderen in der Bundesliga stets vermittelt, dass die Bayern ganz vorn stehen und dann lange nichts kommt. Er ist der Inbegriff bayerischer Arroganz." Hüetlin schreibt: "Im Gegensatz zur folkloristischen Betrachtung, laut der reiche Menschen sich im Gefängnis an Hummer und Champagner laben, ist Knast in Bayern kein Spaß. Man sitzt erst mal im Loch, und die meisten, vor allem Ersttäter, fallen mental in eine tiefe Grube. Strafe muss sein, das ist der Leitgedanke auch im Freistaat, aber langsam soll sie übergehen, hin zur Resozialisierung, dem Recht auf eine zweite Chance." Ramelsberger schrieb: Es geht um etwas ganz anderes: um das Ausgeliefertsein, die Einsamkeit, den Moment, wenn sich der Schlüssel hinter einem im Schloss dreht. Und es eben bei Weitem nicht so klar ist, dass man nach ein paar Monaten wieder draußen ist oder zumindest auf Freigang. Es ist ein großer Einschnitt im Leben. Deswegen ist es unverständlich, warum überall geschrieben und mit profundem Halbwissen getalkt wird, dass Hoeneß doch vom ersten Tag an quasi als Luxusfreigänger den Knast verlassen könne. Das mag vielleicht im Norden der Republik zutreffen, in Bayern sitzt man erst einmal." Daher nur eine Frage an Thomas Hüetlin: Hätten Sie ihren Copy-and-Paste-Artikel nicht auch eine halbe Stunde nach dem Original veröffentlichen können?

Content is King

Ich habe mich oft gefragt, welchen Zaubertrank Hansi Voigt den zahlreichen Medienschaffenenden gegeben hat, die ernsthaft geglaubt haben, er könne mit Watson mal eben ein neues Newsportal aus dem Boden stampfen, das 20 Minuten und Blick.ch das Fürchten lehrt. Ein paar Wochen nach dem Start ist Ernüchterung eingekehrt. Zahlen will der Medienmessias wohl im Mai erstmals nennen, wie man in diversen Interviews lesen konnte. Ich will mich hier gar nicht lange über Vermarktungsmodelle und so weiter auslassen. Es ist ganz einfach. Watson hat nur eine Chance, wenn man den Lesern ab sofort jeden Tag das Gefühl gibt, sie würden auf der Seite etwas bekommen, das sie (so) sonst nirgendwo gratis kriegen. Ich kann aber beim besten Willen wenig erkennen, das diesen Anspruch einlöst. Man nehme nur einmal die heutige Digital-Seite. Fast den ganzen Tag war die Top-Story, dass man sich in den Apps für iOS und Android nun nicht mehr anmelden muss. Welchen Apps? Den eigenen… Ansonsten hat man einen Artikel über Popcorn Time gelesen, der wie vieles von Spiegel.de stammt und nichts Neues enthielt. Auch eine Gerüchteübersicht zum iPhone 6 hat man schon oft gesehen. Und der Ausflug ins Darknet brachte ebenfalls keine neuen Erkenntnisse. Oder hätten man gedacht, dass sich dort Dealer wohlfühlen? Darunter steht Werbung für die Sony World Photograph Awards, die sich als Artikel tarnt. Und dass die Xbox One im November in die Schweiz kommt, kann man genauso auf x anderen Seiten lesen. Das gilt auch für die angereicherte Agenturmeldung zu Swisscoms Setzen auf VoIP-Telefonie. Die Geschichte daneben stammt wieder von Spiegel.de und so weiter. Daher nur eine Frage, Hansi Voigt: Werden Sie so 2015 überstehen?

Mittwoch, 12. März 2014

Der Tod der guten Geschichte ist die Recherce

Seit kurzem macht ein YouTube-Video von Tatia Pilieva die Runde, in dem sich angeblich fremde Menschen küssen. Es ist aber nichts weiter als Werbung für Kleidung von Wren. Daher nur eine Frage an all die recherchefaulen Journalisten wie jene von Bild und Blick: Wie wäre es mit einer Korrektur?

Mittwoch, 5. Februar 2014

Buzzfeed am Abend

Nur eine Frage an Gregory Remez vom Blick am Abend: Schon klar, dass Sie fürs Schweizer Buzzfeed arbeiten, aber weiss man in den USA schon von diesem dreisten Storydiebstahl?

Montag, 27. Januar 2014

Er spricht nicht mit mir

Heute las man die obige Ankündigung auf der Titelseite des Tages-Anzeigers. Respekt, dachte wohl nicht nur ich. Da haben sie also ein zweiseitiges Interview mit Stanislas Wawrinka, dem Australian-Open-Gewinner. Im Sportteil wurde dann allerdings recht schnell deutlich, dass Simon Graf - wie Kollegen von der NZZ u. a. - auch nur die Medienkonferenz stenographiert hatte. Daher nur eine Frage, Tagi: Hat es sich am Kiosk gelohnt?

Sonntag, 19. Januar 2014

Mit rechtzeitiger Abgabe hat es unsere Autorin nicht so

Julia Hofer verabschiedet sich von der Annabelle. In der aktuellen Ausgabe liest man etwas, das eine Glosse sein soll und so beginnt: "Mit Gadgets und elektronischen Spielereien hat es unsere Autorin nicht so. An der grössten Technikmesse der Welt geriet ihr Blut trotzdem kurz in Wallung." Die Annabelle erschien vergangene Woche, kurz vorher ging die CES in Las Vegas zuende. Respekt, dachte ich, da waren sie aber mal schnell. Im Text geht es dann aber um die Ifa - und die war im September 2013. Eine Glosse ist das Ganze auch nicht. Und die grösste Technikmesse ist die CES. Nur eine Frage an Annabelle-Chefin: Silvia Binggeli: In solchen Fällen fällt der Abschied leicht, oder?