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Sonntag, 9. September 2012

Was macht eigentlich... Rainer Stadler?

Auf tagesanzeiger.ch hat Chantal Hebeisen diese Woche die jüngsten Schweizer Medienskandale zusammengefasst: "Die drei Aargauer Lokalzeitungen General-Anzeiger, Rundschau Nord und Rundschau Süd machten Politkandidaten schriftlich ein Angebot für ein Porträt auf Sonderseiten zur Grossratswahl. Als Gegenleistung sollen Inserate in der Höhe von 550 Franken geschaltet werden oder der Betrag in bar an den Verlag überwiesen werden. Zwei Urner Journalisten haben sowohl für die beiden ansässigen Lokalzeitungen Neue Urner Zeitung und das Urner Wochenblatt über Samih Sawiris' Milliardenprojekt in Andermatt als auch für Sawiris' PR-Publikation Andermatt Swiss Alps News verschiedene Texte geschrieben. An einer Veranstaltung der Tourismusmarketing-Firma Smarket AG wurden Tourismusvertreter mit attraktiven Top-Journalisten zusammengebracht. Die Tourismusfirmen bezahlten für die Teilnahme am Anlass 3000 Franken. Um ihnen zu garantieren, dass die versprochenen Top-Journalisten auch auftauchen, lockte der Geschäftsinhaber Fiorenzo Fässler die Medienschaffenden mit einer Entschädigung von 500 Franken. Diese legte er in einem Couvert den Presseunterlagen bei. Der Verlag des Walliser Boten bietet seine hauseigenen Redaktoren und Autoren als Werbe- und PR-Profis an." Heute machte Francesco Benini in der NZZ am Sonntag publik, dass Christoph Blocher nicht nur Millionen in den Kauf der Basler Zeitung gesteckt, sondern auch deren Pensionskasse mit 15 Millionen Franken gerettet hat. Es gibt bekanntlich in der Schweiz nur einen hauptamtlichen Medienjournalisten: Rainer Stadler von der NZZ, der all diese Geschehnisse nicht aufgedeckt hat. Am Freitag schrieb er eine Geschichte über die Einschnitte beim Tages-Anzeiger ab. Edith Hollenstein hatte sie auf persönlich.com schon am Donnertag veröffentlicht. Nur eine Frage, Herr Stadler: Meinen Sie, jemand wird für Ihren kalten Kaffee hinter der Paywall zahlen?