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Sonntag, 9. August 2015

Kaspar Wolfensberger will nicht zum Rechercheur werden

Am 3. August meldete businessinsider.com, Apple wolle zum Mobile Virtual Network Operator (MVNO) werden, also ins Mobilfunkgeschäft einsteigen. Kaspar Wolfensberger schrieb die Story am 4. August ab. Er befragte noch ein paar Experten, deren Expertise sich in Grenzen hält: Oliver Zadori vom Vergleichsdienst Dschungelkompass und Hannes Lubich, Professor für Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) sowie Oliver Bendel, ebenfalls Professor an der FHNW. Dumm nur, dass die Story bereits wenig später platzte. Apple dementierte gegenüber Reuters energisch. Fast überflüssig zu erwähnen: Weder Business Insider noch 20 Minuten haben sich die Mühe gemacht, Apple um eine Stellungnahme zu bitten. Businessinsider.com verschaukelte daraufhin auch noch die Leser: Der Artikel trägt den Zeitstempel vom 3. August. Der Autor hat am Ende aber später heimlich einen Dementi-Tweet eingefügt, das aber nicht mit "Update 4. August" oder so ähnlich gekennzeichnet. Am Ende steht dann noch fast trotzig, die Gespräche zwischen Apple und den Providern hätten stattgefunden. Und 20 Minuten? Es gibt nicht einmal ein Update, dass die Meldung eine Ente war. Einen zweiten Artikel, in dem das Dementi erwähnt wird, gibt es natürlich auch nicht. Daher nur eine Frage an Kaspar Wolfensberger und Chefredaktor Marco Boselli: Warum schreiben Sie nicht auch noch die aktualisierte Quelle ab?

Samstag, 19. November 2011

Unterschiede gesucht, Fehler gefunden


Am 7. November verschickte Swisscom eine Medienmitteilung , in der es um ein LTE-Pilotprojekt in sieben Tourismusgebieten wie Davos geht. Die meisten Medien haben längst darüber berichtet. In dieser Woche zog dann die Print-NZZ nach. Guido Wemans schrieb dabei aber nicht nur einen Absatz aus der Medienmitteilung fast ganz ab, sondern verstieg sich auch zu der Behauptung, es gebe noch keine LTE-fähigen Endgeräte. Als Gegenbeispiele seien hier nur Motorola Photon 4G,HTC Sensation 4G, Samsung Infuse 4G genannt. Daher nur eine Frage, NZZ: Ist das die berühmte Analysefähigkeit, mit der stets gerechtfertigt wird, Tage oder Wochen später über Geschehnisse zu berichten?