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Mittwoch, 25. Juli 2012
Schlecht gebrüllt, Newsnet
Ich habe schon einige Male erwähnt, dass ich Geschichten nicht lese, die mit dem Attribut exklusiv versehen sind. Heute bin ich mal wieder schwach geworden und habe eine Story von Roger Zedi über Mac OS X 10.8 (Mountain Lion) gelesen. Apples Betriebssystem ist ab heute verfügbar und Zedi wollte es "exklusiv getestet" haben. Nun muss man wissen, dass man sich ohne grössere Probleme seit Monaten die Entwicklerversion besorgen konnte und deswegen zahlreiche Tests im Netz zu finden sind. Und Lion war nicht mehr auf einem USB-Stick, sondern nur noch als Download verfügbar - Zedi behauptet das Gegenteil. Nur eine Frage: Erwarten Sie, dass in der Bilderstrecke, die "des Berglöwen beste Tricks" zeigen soll, irgendetwas zu finden ist, das man nicht schon überall gelesen hat?
Sonntag, 1. Januar 2012
Gesagtes längst gesagt

Unter der Überschrift "Fischer im Datenozean" schreibt Philip Bethge im aktuellen Spiegel über seinen Besuch im Googleplex, der Firmenzentrale des Suchmaschinenanbieters aus Mountain View. Geredet will er unter anderem mit Amit Singhal haben, einem Google Fellow, der sich um den Algorithmus des Unternehmens kümmert. Die Arbeiten daran verglich Singhal auch im Gespräch mit Bethge mit "dem Versuch, die Triebwerke eines Flugzeugs während des Flugs auszutauschen". Dieses Zitat ist allerdings mindestens ein halbes Jahr alt. Singhal hat es immer wieder gebracht. Es ist nichts Neues, dass der Spiegel durch die Formulierung "sagt" oftmals nicht klar macht, ob man selbst ein Zitat erhalten oder es irgendwo abgeschrieben hat.
In diesem Artikel wird es aber übertrieben: Zwei weitere Protagonisten kommen im zu Wort, dessen erste Hälfte eher aus der Perspektive des staunenden Kindes geschrieben ist. Philip Bethge lässt Andrew Keen sagen, Google sei ein Spiegel von uns selbst. Dieses Zitat stammt allerdings aus seinem Buch "The Cult of the Amateur", das auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat. US-Kolumnist Vivek Wadhwa, dessen Kritik, Google tue nicht genug dafür, seine Ergebnislisten sauberzuhalten, Bethge aufnimmt, hat sie unter anderem bereits im August getwittert. Wenigstens räumt der Autor im Artikel ein, dass das erwähnte Update namens Panda, das den Algorithmus verbessern und unter anderem so genannten Content Farms das Geschäft vermiesen soll, bereits einige Monate her ist.
Abschliessend nur eine Frage: Warum werde ich das Gefühl nicht los, dass es sich der Spiegel, wann immer er sich mit Digitalthemen auseinandersetzt, allzu einfach macht?
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