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Sonntag, 11. März 2012

Der Tod einer guten Geschichte ist die Recherche


Spiegel-Autor Ralf Neukirch hat sich mit seiner Geschichte, die Bundestagsabgeordnete Dagmar Wöhrl habe sich auf ihrer Reise nach Myanmar und Laos danebenbenommen, kein Ruhmesblatt verdient. Wöhrl wehrte sich durchaus glaubhaft auf ihrer Website - unter anderem mit der Feststellung, Neukirch sei bei einigen Ereignissen gar nicht dabei gewesen. Der CDU-Politikerin sprangen unter anderem Blogger und Journalistenausbilder Christian Jakubetz und Botschafter Christian-Ludwig Weber-Lortsch bei.

Jakubetz schrieb auf cicero.de: "Erst am Donnerstag, vier Tage nach Veröffentlichung der Geschichte (und der Unterlage durch Frau Wöhrl) lieferte auch der "Spiegel" bei Facebook ein Statement ab. Inhaltlich nicht neu - aber interessant war dann, wie zum einen das Publikum reagierte und wie der Spiegel damit umging. Die ersten Kommentare zeugten zunächst davon, wie oberflächlich Leser anscheinend mit Texten umgehen. Schnell war die Rede von "Urlaub auf Staatskosten" und "peinlichem Verhalten", bis der Grundtenor der Kommentare plötzlich umschwenkte. Die erste Kommentatorin merkte an, nach Durchlesen des Wöhrl-Statements die Sache nicht mehr so wild zu finden, der Bildblogger Lukas Heinser fragte, wie der Spiegel denn zu dem Vorwurf stehe, Frau Wöhrl nicht korrekt zitiert zu habe."

Und nun sehe ich in der aktuellen Ausgabe des Hamburger Nachrichtenmagazins drei Leserbriefe zum Thema. Alle greifen Dagmar Wöhrl scharf an. Daher nur eine Frage an den Spiegel: Wie wäre es mit Meinungsvielfalt?