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Sonntag, 19. September 2021

Der Konzernjournalismus erhebt sein Haupt


Vorab: Das interessenskonfliktbehaftete Minenfeld NZZ/Zurich Film Festival ist schon oft Gegenstand der Berichterstattung gewesen. Über das Versprechen des damaligen NZZ-CEO Veit Dengler, die journalistische Unabhängigkeit bleibe gewahrt, ist nicht nur in der Medienbranche vielfach laut gelacht worden. 

Das Kino darbt nicht erst seit Corona. Streaming-Dienste boomen und gewinnen mittlerweile auch Preise an Festivals. Das kann man, wenn man es nicht weiss, mit ein paar Google-Suchen herausfinden. Einen Gegenbeweis kann auch die heutige "NZZ am Sonntag" nicht liefern. Es wirkt daher fast schon verzweifelt, wie Denise Bucher und Peer Teuwsen in der "NZZ am Sonntag" eine Renaissance des Kinos herbeizuschreiben versuchen. Und zwar im Aufmacher des Kulturteils. Na klar, das 17. Zurich Film Festival steht an und das gehört bekanntlich mittlerweile seit ein paar Jahren der NZZ Mediengruppe. Daher auch dieser Satz im Text "Das alles schreiben wir hier übrigens nicht, weil dieses Festival auch dem Unternehmen gehört, dessen Wochenzeitung Sie gerade lesen." Es gibt dann noch 13 Film-Tipps fürs Festival und im Lead natürlich den Superlativ: "... zeigt so hochkarätiges Schaffen wie noch nie". Nur eine Frage an Bucher und Teuwsen: Hat Sie Chefredaktor Jonas Projer zu diesem traurigen Schauspiel gezwungen?

Sonntag, 14. März 2021

Quod erat demonstrandum


Jonas Projer verlässt "Blick TV" (Ringier) und löst Luzi Bernet als Chefredaktor der "NZZ am Sonntag" ab. Man wolle Digitalkompetenz, so liest sich die Medienmitteilung: Nur eine Frage an Eric Gujer, Chefredaktor der "NZZ": Heisst das, künftig bearbeitet Projer seine Fotos selbst?

Mittwoch, 18. September 2019

Blick in der Champions League der Piraterie

Blick TV soll nicht nur wegen der Verpflichtung von Jonas Projer gross werden. Blick TV muss auch anders werden. Denn mit aus dem Netz zusammengefischten, auf eigene Server, mit eigener Station ID und eigener Werbung versehenen Videos kann es nicht auf Dauer gut gehen. Im Klartext: Dieses Geschäftsmodell, das etwa auch von Watson und 20 Minuten im grossen Stil praktiziert wird, ist illegal. Ein aktuelles Blick-Beispiel: Gestern Abend hat Marco Reus von Borussia Dortmund zum Auftakt der Champions-League-Saison gegen den FC Barcelona gegen den deutschen Goalie Marc André ter Stegen einen Penalty verschossen. Die Szene des Spiels - auch weil der Match 0:0 ausging. Blick hat natürlich von diesem Moment kein eigenes Video. Wie geht man bei Ringier vor? Man lädt das Video auf eine Plattform wie Streamja (im späteren Video auf Blick.ch akkurat durch den Balken unten halb verdeckt) hoch. Dann lädt man es herunter, auf eigene Server, stempelt das Blick-Logo oben rechts hinein und gibt als Quelle Streamja an. Dass oben rechts noch die Originalquelle (RMC 2 Sport) steht, scheint niemanden zu interessieren. Trotzdem nur eine Frage an Jonas Projer und Blick-Chefredaktor Christian Dorer: Wie lange, denken Sie, kommen Sie damit noch durch?